Gadgets verleiten zum Lügen
Einer britischen Studie zufolge verleitet die moderne Technik ihre Nutzer immer öfter zum Lügen. Vier von fünf Personen gaben in einer Befragung des britischen Marktforschers 72 Point zu, zumindest einmal am Tag kleine Lügen zu erzählen - bevorzugt am Handy, per SMS oder E-Mail.
Der so genannte "Techno-Schwindel" ist also verbreiteter als man denken würde - 75 Prozent waren der Meinung, dass Gadgets wie Blackberry und Co. kleine Lügen erleichtern.
Über die Hälfte der Befragten gab sogar an, dass sie bei solchen Lügen ein weniger schlechtes Gewissen hätten, als wenn sie jemandem "ins Gesicht" lügten.
Arbeitsplatz als Lügenquelle
Der Arbeitsplatz ist übrigens laut der von der britischen Finanzgruppe Friends Provident beauftragten Studie der beliebteste Ort für "Techno-Lügen":
67 Prozent bekannten sich dazu, am Arbeitsplatz bereits kleine Lügen erzählt zu haben. Zu den Top-Lügen zählten dabei das Vortäuschen einer Krankheit [43 Prozent], eine Aufgabe für erfüllt zu erklären, wenn das gar nicht der Fall ist [23 Prozent] und das Vertuschen von Fehlern vor dem Boss [18 Prozent].
Der Online-Anbieter sms.at rechnet zum Jahreswechsel mit 40 Millionen verschickten Kurznachrichten - in wie vielen davon geschwindelt wird, ist nicht bekannt.
Kleine Lügen mit gutem Gewissen
Doch Arbeitgeber sind nicht die Einzigen, die sich mit kleinen Lügen auf elektronischem Weg herumschlagen müssen: Auch im Privatleben, also gegenüber Familie und Partnern, wird die elektronische Lüge immer beliebter.
Die Studie kam jedoch zu dem Ergebnis, dass die meisten mit ihrer Unehrlichkeit die Gefühle anderer schonen wollen und deshalb mit gutem Gewissen schwindeln. Unter Nächstenliebe kann man diese Lügen aber wohl dennoch nicht abhaken.
Für die Studie wurden 1.487 Briten befragt.
(futurezone | Reuters)
