EU-Bürger haben Angst vor Datenklau
Die EU-Bürger haben nach wie vor Angst vor dem Datendiebstahl im Internet.
Eine aktuelle Online-Umfrage der EU-Kommission unter knapp 10.000 Internetnutzern hat ergeben, dass fast 70 Prozent befürchten, dass im Internet angegebene persönliche Daten missbraucht werden könnten.
Rund 45 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die derzeitigen Bestimmungen gerade einmal ein Mindestniveau an Sicherheit bieten.
Kritik an Mitgliedsländern
Die EU-Kommission kritisiert, dass entsprechende EU-Richtlinien
nicht befolgt und von den Mitgliedsländern zuweilen mit zu wenig
Entschiedenheit durchgesetzt würden, betont aber auch, dass die
Internetuser selbst mitunter zu wenig über ihre Datenschutzrechte
informiert seien. Laut Umfrage halten 81 Prozent der Befragten den
derzeitigen Informationsstand für unzureichend.
Der Bericht zur Datenschutzrichtlinie
"EU-Ziele im Grossen und Ganzen erreicht"Schärfere Datenschutzgesetze verlangt
Am meisten Sorge haben die EU-Bürger bei der Internetabwicklung von Bankgeschäften und bei der elektronischen Übermittlung von Gesundheitsdaten. Mehr Sicherheit, meinen 38 Prozent der Befragten, könnte vor allem eine verbesserte Software bringen. Immerhin 34 Prozent verlangen aber auch nach strengeren Datenschutzgesetzen.
Der Binnenmarktkommissar Frits Bolkestein kritisiert, dass viele EU-Länder die Richtlinie "erst mit großer Verspätung" umgesetzt hätten. Irland etwa habe erst vor kurzem entsprechende Rechtsvorschriften erlassen. Und Frankreich - als mittlerweile einziges Land - habe mehr als sieben Jahre nach Verabschiedung der Richtlinie und vier Jahre nach Ende der Umsetzungsfrist trotz Klage beim Europäischen Gerichtshof sein Datenschutzgesetz aus dem Jahre 1978 noch immer nicht angepasst, kritisiert Bolkestein.
Außerdem, heißt es in einem Bericht der Kommission, hätten die Länder die Richtlinie teils fehlerhaft oder unterschiedlich umgesetzt. Die EU-Kommission will nun in engen Kontakt treten und auf eine strengere Umsetzung der Richtlinie drängen.
Danach soll dann 2005 überprüft werden, ob möglicherweise die EU-Richtlinie selbst geändert werden muss.
