Wie man den "Proxy-Krieg" gewinnt

POST IRAN
01.07.2009

TOR-Workshop zur sicheren und anonymen Internet-Nutzung

Wenn es denn aus den Vorfällen im Iran eine Lektion zu ziehen gebe, schreibt James Cowie von Renesys, dann sei es diese: "Man setze auf eigenen Maschinen eine Anzahl von Proxy-Servern auf und sichere diese bestmöglich. Sodann stelle man sie Freunden in jenen Weltgegenden zur Verfügung, wo das Internet fragil ist, setze Tunnel auf und teste sie."

Und: Es sei nicht gescheit, das erst dann zu tun, wenn bereits Panzer durch die Straßen rollten, denn da habe man den Proxy-War bereits verloren, so der Technikchef der Firma für Netzwerkanalyse.

Renesys hatte während der Proteste im Iran laufend sehr aussagekräftige Analysen über ein- und ausgehenden Verkehr und die Internet-Sperren geliefert. Rund um die Welt hatte eine Unzahl freiwilliger Helfer zwar ad hoc Proxy um Proxy aufgesetzt, die allerdings ebenso schnell wieder an der iranischen Firewall gesperrt wurden.

Da es keine sichere Verbindung in den Iran mehr gab, mussten die IP-Adressen der Proxys öffentlich im Netz bekanntgegeben werden: Die Zensoren lasen also mit.

Hilfe zur Informationsfreiheit

Damit eine derartige Hilfsaktion - für welches Land auch immer - vom jeweiligen Regime nicht mehr so einfach konterkariert werden kann, formieren sich rund um die Welt Initiativen zur Förderung der Informationsfreiheit.

Im Wiener Metalab findet aus diesem Anlass am Donnerstag ein Workshop statt. Die Sicherheitsexperten berq (Metalab) und lynx (quintessenz) demonstrieren den Einsatz der TOR-Technologie vom Client bis zum Server.

Donnerstag, Metalab, Rathausstraße 6, 1010 Wien, Eintritt frei