Weltweites Airplay für Indies
Das Tullner Unternehmen Rebeat Digital hat einen Promotiondienst für Musik gestartet, der unabhängigen Bands und Musikern dabei helfen will, weltweit ins Radio zu kommen.
"Es gibt viele tolle Musiker, nur kennt sie niemand", sagt Günter Loibl, Gründer des österreichischen Musikvertriebs Rebeat Digital. Um dem abzuhelfen, startete er am Mittwoch den Dienst Media Promotion Service. Mit dem Service will Loibl weltweit Radiostationen bemustern: "Es ist unser Ziel, es den Redakteuren so leicht wie möglich zu machen, neue Musik zu entdecken."
Bis Jahresende will der Tullner Unternehmer weltweit 1.000 Radiostationen als Partner gewinnen. Der deutschsprachige Raum soll im nächsten halben Jahr komplett abgedeckt werden, so Loibl. Große österreichische und deutsche Radiostationen hätten sich bereits angemeldet. Interesse gebe es auch aus den USA und zahlreichen anderen Ländern.
1.000 Labels unter Vertrag
Die Musik kommt von mehr als 1.000 Labels aus 36 Ländern, die ihre Songs über Loibls seit Herbst 2007 erhältliche Vertriebssoftware Rebeat Digital an rund 300 Online-Musikshops in der ganzen Welt ausliefern. 100.000 Songs hat Loibl bisher in seinem Katalog. Für Radiostationen ist der Dienst gratis. Labels und Musiker können das Music Promotion Service bis Ende 2009 kostenlos testen. Danach veranschlagt Rebeat Digital 20 bis 25 Euro pro CD. Die genaue Preisgestaltung stehe noch nicht fest, meint Loibl.
Nach dem digitalen Musikvertrieb sei ein Musikpromotiondienst der logische nächste Schritt, erklärt Loibl: "Wenn Künstler ihre Songs lediglich in Online-Musikshops einstellen, gehen sie in der Fülle des Angebots unter." Sein Tool sieht er als Hilfe, um einen Fuß in die Tür zu bekommen: "Damit könnten auch unbekannte Künstler in Medien auf sich aufmerksam machen, die sie sonst nie erreichen würden."
Musiker werden benachrichtigt, sobald sich eine Radiostation für ihre Musik interessiert und bekommen Daten über die Downloads der Songs. Radiostationen können die Songs samt Metadaten im MP3-, FLAC- und WAV-Format herunterladen und sie in das von ihnen benutzte System (etwa Gselector oder Powergold) importieren. In einem wöchentlichen Newsletter werden die Sender über Neuerscheinungen informiert.
"Die Masse erreicht man mit MySpace nicht"
Brauchen Musiker im Zeitalter von MySpace, Last.fm & Co überhaupt noch Radio-Airplay? "Das Netz verändert alles", meint Loibl. Leute würden über das Internet auf Sachen stoßen, die sie über herkömmliche Medien nicht gefunden hätten. Das Radio habe aber auch weiterhin seine Meriten: "Eine MySpace-Seite ist gut und schön, aber die Masse der Leute erreicht man damit nicht", so Loibl: "Wenn eine Radiostation aufspringt, kann eine Lawine losgetreten werden."
Neben Radiostationen (auch online), TV-Sender und Rezensenten in Printmedien ist das Media Promotion Service auch für Betreiber von Musik-Blogs offen. "In dem Moment, wo jemand etwas dafür tun kann, unsere Produkte zu popularisieren, bekommt er auch Zugang", so Loibl.
Weltweite Verbreitung
In der globalen Verbreitung der Musik über seinen Dienst sieht Loibl einen Wettbewerbsvorteil gegenüber ähnlichen Angeboten. Vorhandene Dienste seien oft regional beschränkt. Umgekehrt würden Radios, die vorwiegend von den großen Labels und lokalen Bands bemustert werden, vor allem für Nischensender nach neuer Musik suchen.
(futurezone/Patrick Dax)
