Wikipedia half Entführungsopfer
Während der Verschleppung des in Afghanistan entführten "New York Times"-Journalisten David Rhode hat dessen Zeitung in Zusammenarbeit mit Wikipedia Informationen über den Fall in der Online-Enzyklopädie aus Sicherheitsgründen unterdrückt.
Wie die "New York Times" ("NYT") am Montag berichtete, wandte sie sich zu diesem Zweck auch an den Wikipedia-Mitgründer Jimmy Wales. Anonyme Wikipedia-Nutzer veröffentlichten demnach immer wieder Informationen über die Entführung durch die Taliban auf der Website, diese wurden jedoch jeweils gelöscht, um das Leben von Rohde und das seines mit ihm verschleppten Dolmetschers Tahir Ludin nicht zu gefährden.
Links
Möglichst positiver Eindruck
Ein Freund und Reporterkollege Rohdes bei der "New York Times" ergänzte sogar zwei Tage nach der Entführung den Wikipedia-Artikel über Rohde so, so dass dessen Entführer einen möglichst positiven Eindruck von ihm erhalten sollten. Dabei ging es unter anderem um Rohdes Berichterstattung über das US-Gefangenenlager Guantanamo und das Massaker von Srebrenica.
Eintrag gesperrt
Da danach immer wieder Informationen zu der Entführung des Journalisten und Pulitzer-Preisträgers eingestellt wurden, entschieden Wales und Wikipedia auf Betreiben der Zeitung, den gesamten Wikipedia-Eintrag zu Rohde zu sperren. Erst nachdem Rohde und Ludin am 19. Juni nach sieben Monaten in Gefangenschaft die Flucht gelungen war, wurde die Sperre wieder aufgehoben.
(AFP)
