18.05.2003

MATRIX FORUM

Bildquelle: ORF.at

Für ein Web ohne Barrieren

"Ich habe früher fast immer für fast alles eine Vorlesekraft gebraucht, die mir nicht nur die Briefe vorgelesen hat, sondern eben auch Informationen aus Zeitungen, aus Katalogen oder für mich auch in großen Wälzern wie im Telefonbuch nachschlagen musste", so Eva Papst. Sie ist Leiterin der Blindendruckerei und Blindenbibliothek.

Heute übernimmt diese Tätigkeit eine elektronische Vorlesekraft. Die Vorteile liegen auf der Hand: sie, liest vor, wann die Benutzerin gerade Zeit und Bedarf hat und das zum Nulltarif.

So wie die meisten blinden Surfer, bewegt sich Eva Papst sowohl hörend, als auch tastend durch den Cyberspace. Der so genannte Screenreader ist das Programm, das hinter der Sprachausgabe und der Braillezeile steckt. Dieses Programm liest aus, was am Bildschirm steht und übermittelt die Daten an das Ausgabegerät.

Online Hürden

Wenn auf Websites die Menügestaltung rein graphisch aufbereitet ist, dann bleibt blinden und sehbehinderte Menschen der Inhalt der Benutzeroberfläche verborgen. Denn mit Graphiken, Animationen oder Fotos kann der Textbrowser nichts anfangen.

Wird ein Link symbolisch dargestellt, etwa in Form eines Pictogramms, so bekommt der blinde User oft nur das Wort "Graphik" zu hören, weiß Dietmar Ogris.

Er ist Leiter des Projektes ISIS am BFI Graz.

ISIS steht für Information, Service, Integration und Schulung und soll sehbehinderten und blinden Menschen den Weg in höher qualifizierte Berufe vor allem im IT-Bereich eröffnen. Das Ausbildungszentrum bietet auch Beratung für barrierefreie Webgestaltung an.

"Der Text zur Graphik muss so gestaltet sein, dass die Funktionalität der Website auch ohne visuelle Information verstanden wird", so Dietmar Ogris. Das zu berücksichtigen ist keine Kostenfrage. Der Mehrwert der barrierefreien Gestaltung ist aber enorm und kann den Alltag von Menschen, die keine gedruckten Texte lesen können, wesentlich erleichtern.