ÖBB sperren kritische Website für Mitarbeiter

ZENSUR
22.06.2009

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) ließen für ihre Mitarbeiter den Zugang zu einer ÖBB-kritischen Website sperren. Begründet wird der Schritt damit, dass sich die Mitarbeiter dort stundenlang während der Arbeitszeit aufgehalten hätten.

Nach einem Inseratenboykott im Jahr 2006 gegen ausgewählte Zeitungen wegen deren Berichterstattung gehen die ÖBB nun wieder gegen eine kritische Medienplattform vor. Der Zugang zur Website www.bahnforum.info wurde für Mitarbeiter im ÖBB-Datennetz gesperrt, bestätigten die ÖBB.

Das habe aber keinesfalls etwas mit dem Inhalt der Seite zu tun, sondern dass es nicht erwünscht sei, dass Beschäftigte ihre Arbeitszeit mit privaten Surfen verbringen, so die ÖBB.

Stundenlanges Surfen

"Wir haben eine ganze Menge an Websites für Mitarbeiter gesperrt, nämlich alles, was mit Sex, Gewalt und Glücksspiel zu tun hat", so Alfred Ruhaltinger, Leiter der externen Kommunikation bei den ÖBB, gegenüber ORF.at.

In diesem Fall sei die Website gesperrt worden, weil sich "Mitarbeiter dort stundenlang aufgehalten haben", erläutert Ruhaltinger. Die Plattform sei zu 70 Prozent von eigenen ÖBB-Mitarbeitern genutzt worden. Das Ausmaß sei bereits so groß gewesen, so dass es nicht vertretbar war, das während der Arbeitszeit zu genehmigen.

ÖBB-kritische Plattform

Im Forum der Internet-Plattform ist wenig Gutes über die Staatsbahn zu lesen. Die Ausführungen der Forumsmitglieder deuten darauf hin, dass es sich um Personen handelt, die mit dem Bahnwesen im allgemeinen und den ÖBB im Speziellen sehr gut vertraut sind. Auch ist das Interesse an dem Forum durchaus rege.

2006 hatte der damalige ÖBB-Chef Martin Huber die Zeitungen "Die Presse", "Der Standard", "Salzburger Nachrichten" und "WirtschaftsBlatt" mit einem Inseratenbann belegt, nachdem diese über Differenzen zwischen dem Holding-Chef und ÖBB-Personenverkehrschefin Wilhelmine Goldmann berichtet hatten. Huber begründete den Boykott damals mit mangelnder Qualität in der Berichterstattung.

(APA/futurezone)