D: Streit über Google Street View beigelegt
Nach einer Intervention des Hamburger Datenschutzbeauftragten will Google auch in Deutschland Bürgern die Möglichkeit geben, Aufnahmen von Personen, Grundstücken und Autos nachträglich anonymisieren zu lassen.
Der Streit über mangelnden Datenschutz bei dem neuen Google-Online-Dienst Street View in Deutschland ist beigelegt. Der kalifornische Internet-Konzern habe die an ihn gestellten Forderungen akzeptiert, teilte der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar am Mittwoch mit.
"Google hat rechtzeitig die Gelegenheit genutzt und ist auf unseren Kompromissvorschlag in allen Punkten eingegangen", sagte Caspar. Damit wird die Vorgehensweise beim Filmen von Straßenzügen für Street View in wichtigen Punkten verändert.
Anonymisierung auf Rohdaten
Google werde künftig bei allen Aufnahmen von Personen, Grundstücken oder Autos, gegen die Widerspruch eingelegt wird, in einer bestimmten Frist auch die Rohdaten unkenntlich machen, heißt es in der Mitteilung.
Die Datenschützer hätten zudem durchgesetzt, dass Betroffene auch schon vor der Veröffentlichung der Bilder Widerspruch einlegen können. Ende vergangener Woche war Google bereits den Forderungen europäischer Datenschützer entgegengekommen: Das Unternehmen will künftig in Europa öffentlich die Routen der Kameraautos ankündigen, bevor sie in einer Gegend ihren Einsatz beginnen.
Für Street View schickt Google seit einiger Zeit mit 360-Grad-Kameras ausgestattete Autos durch die Lande. Für deutsche und österreichische Städte ist der Dienst noch nicht verfügbar, er lässt sich aber bereits in Städten wie San Francisco und New York nutzen. Mit den aufgenommenen Bildern will Google seinen Kartendienst Maps erweitern, so dass der Nutzer am Computerbildschirm realitätsnahe "Kamerafahrten" durch die Straßen einer Stadt unternehmen kann. Gesichter und Kfz-Schilder werden mit Hilfe einer Software automatisch unkenntlich gemacht.
In Europa und vor allem in Deutschland hatte sich allerdings vielerorts Protest geregt, da viele Menschen ihre Privatsphäre dadurch verletzt sehen. In Österreich läuft derzeit das Registrierungsverfahren zu Street View bei der Datenschutzkommission, die dazu auch schon eine Liste mit den häufigsten Fragen und Antworten veröffentlicht hat.
(dpa/futurezone)
