Studie: Internet-Budget der Konsumenten steigt

ZAHLEN
16.06.2009

Das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) erwartet, dass die Medienindustrie 2009 weltweit schrumpfen wird. Entgegen dem Trend sollen die Konsumenten allerdings mehr Geld als bisher für den Internet-Zugang ausgeben.

Die Medien- und Unterhaltungsindustrie wird einer Studie zufolge in diesem Jahr schrumpfen. Ursache sei die weltweite Rezession, wie aus einer Untersuchung der internationalen Beratungsgesellschaft PwC hervorgeht. Die Experten erwarten im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 3,9 Prozent auf knapp 1,35 Billionen Dollar (952 Mrd. Euro). Für den Einbruch seien vor allem die stark sinkenden Werbeeinnahmen (minus 12,1 Prozent) verantwortlich, während die Medienausgaben der Konsumenten moderat um 1,2 Prozent nachlassen sollen.

Diese werden künftig noch mehr Geld für den stationären und mobilen Zugang zum Internet ausgeben, schreibt PwC. Die Berater rechnen für 2013 mit einem Ausgabenvolumen von 333,6 Milliarden Dollar (240,7 Mrd. Euro) weltweit, was rund 20 Prozent der gesamten Endverbraucherausgaben entsprechen werde. Im Jahr 2008 lag dieser Anteil erst bei 15 Prozent.

Herausforderung Internet

Die fortschreitende Digitalisierung der Inhalte bleibe die große Herausforderung für die Branche, erklärte PwC-Partner Frank Mackenroth. Bestes Beispiel sei die Musikindustrie, bei der der Anteil physischer Tonträger gegenüber den Downloads von 74 Prozent im vergangenen Jahr auf 43 Prozent im Jahr 2013 zurückgehen werde. Auf dem Buchmarkt sei Wachstum nur noch bei digitalen Inhalten zu erwarten. Wachsende Werbesegmente sind in den kommenden fünf Jahren nach PwC-Einschätzung nur noch die Außenwerbung, Online-Anzeigen und Werbung in Videospielen. Beim Fernsehen stagnieren die Werbeeinnahmen, während die Geschäfte mit bezahlten Inhalten steigen.

Regional sind die aktuellen Einbrüche in Nordamerika am heftigsten. Hier sinken die Branchenerlöse in diesem Jahr laut PwC um voraussichtlich 7,1 Prozent auf gut 463,2 Milliarden US-Dollar (334,2 Mrd. Euro). Für Europa, Südafrika und den Nahen Osten liegt das erwartete Minus bei 3,7 Prozent, wobei die Märkte in Russland (minus 11,4 Prozent), Großbritannien (minus 7,2 Prozent) und Deutschland (minus 5,3 Prozent) den Schnitt nach unten ziehen.

Wachstum ab 2011

Ein klares Wachstum der Medienindustrie erwarten die Experten erst wieder ab 2011. Für die deutsche Branche prognostiziert die Studie zwischen 2009 und 2013 ein leichtes Wachstum von jährlich 0,8 Prozent auf rund 71,8 Milliarden Euro. Dabei dürften die Verbraucherausgaben um durchschnittlich 0,9 Prozent auf 43,2 Milliarden Euro steigen, während die Werbeeinnahmen voraussichtlich um 1,8 Prozent auf knapp 15,9 Milliarden Euro sinken werden.

(dpa)