TA-Festnetz: ISPA für Ausgliederungsplan
Der Providerverband ISPA hat den Vorschlag von SPÖ-Wirtschaftssprecher Christoph Matznetter zur Abtrennung des Festnetzbereichs der Telekom Austria (TA) begrüßt. Zur Vorgehensweise hat der Verband einen Alternativvorschlag.
In der von Matznetter angestoßenen Debatte über die Abtrennung der Festnetzinfrastruktur von der TA meldete sich am Montag auch die ISPA zu Wort.
ISPA-Generalsekretär Andreas Wildberger begrüßte Matznetters Vorstoß, der sich mit einer "zentralen Forderung" des Providerverbands decke. Matznetters Idee, den Festnetzbetrieb in einer Tochtergesellschaft der Staatsholding ÖIAG unterzubringen, sei "aktienrechtlich sowie in puncto Finanzierung nicht unproblematisch und bedürfte überdies einer Änderung des ÖIAG-Gesetzes", so Wildberger.
Ausgliederung innerhalb der TA
Gestützt auf ein Gutachten des WU-Professors Christian Nowotny schlägt die ISPA vor, zunächst auf die vollständige Trennung der Eigentümerschaft zu verzichten und in einem ersten Schritt die gesamte Infrastruktur in eine neue Tochtergesellschaft der TA zu überführen. Danach sollten die alternativen Provider ihrerseits eine Gesellschaft gründen, welche die TA-Infrastrukturtochter pachten könne.
Die Einnahmen aus der Pacht könnten dann zum Ausbau des Netzes verwendet werden. Somit könnten Arbeitsplätze gesichert und Transparenz hergestellt werden, so Wildberger.
Betriebsrat gegen Auslagerung
Der Betriebsrat der TA hatte sich am Samstag gegen eine Abtrennung des Festnetzbereichs ausgesprochen. Eine Teilung des Unternehmens in einen Absatz- und einen Infrastrukturbereich würde die TA "massiv beeinträchtigen", so TA-Betriebsratschef Michael Kolek, der eine Zerstückelung des Unternehmens und einen weiteren Abbau von Arbeitsplätzen befürchtet.
Der mittelständische Wiener Provider Silver Server, ein Mitglied der ISPA, zeigte sich in einer Aussendung vom Montag über die Haltung des TA-Betriebsrat verwundert: "Die ungewisse Alternative als ausgelagertes Personal eines angedachten Beamtenpools kann nicht im Sinne einer Personalvertretung sein", so Oskar Obereder, Chef des Unternehmens.
