3-D-Kamera ohne Störlichtbeeinflussung
Wissenschaftler der TU Wien haben ein System für eine auf Infrarotmessung basierende 3-D-Kamera entwickelt, das sich von störendem Licht nicht beeinflussen lässt.
Als mögliche Einsatzbereiche für das System, das von Sonnenlicht und unterschiedlichen Oberflächen und Farben von Materialien unbeeindruckt bleibt, nannte Projektassistent Gerald Zach vom Institut für Electrodynamics, Microwave and Circuit Engineering der Technischen Universität (TU) Wien etwa die Unterhaltungselektronik, Robotik und auch die Verkehrsbranche.
Im Gegensatz zu Stereokameras, die einen Gegenstand oder einen Raum stets von zwei leicht versetzten Standorten aufnehmen, funktioniert das Infrarotsystem mit nur einer Linse und jeweils einer Aufnahme. Es wird gleichzeitig das eigentliche, sichtbare Bild aufgenommen und dazu ein Infrarotstrahl ausgesendet. Anhand der Laufzeit von reflektiertem Infrarot kann dann für jeden Bildpunkt die exakte Entfernung bestimmt werden.
Unterscheidung zwischen Lichtquellen
Das Besondere an der Entwicklung der TU Wien ist, dass das System klar zwischen dem ausgesandten Infrarot des Messsystems und anderen Lichtquellen unterscheiden kann. Störungen können so ausgeschaltet werden. "Dafür sorgt die Elektronik, der Infrarotstrahl kann außerdem codiert werden", so Zach. Im einfachsten Fall besteht der Code aus einem Aus/Einschalten des Strahles im Megahertzbereich. Bei Verwendung von mehreren Geräten in der gleichen Umgebung sind aber auch kompliziertere Codes möglich.
Ähnliches System bei der Xbox 360
3-D-Systeme werden etwa benötigt, um Computerspiele berührungslos, etwa mit einem Arm oder dem ganzen Körper, zu steuern. Microsoft stellte etwa am Dienstag bei der Spielemesse E3 in Los Angeles sein "Projekt Natal" vor, bei dem ebenfalls eine 3-D-Kamera Bewegungen zur Steuerung der Spielekonsole Xbox 360 überträgt. Beim Microsoft-System werden Pulse ausgesendet, erläuterte Zach gegenüber ORF.at. Es sei deshalb sehr von der Reflektivität der Ziele abhängig. Bei dem von den TU-Wissenschaftler entwickelten System würde hingegen das Licht dauernd ausgesendet und der Strahl ein- und ausgeschaltet.
Dreidimensional sehende Kameras werden auch bei der Personenerkennung und für Einparkhilfen eingesetzt. Mit der Automobilindustrie habe man etwa bei einem Einklemmschutz für eine automatische Schiebetür zusammengearbeitet, so Zach.
(APA/futurezone)
