Frankreich steigt bei Chipkarten-Erfinder ein
Staat wird Hauptaktionär von Gemalto
Der französische Staat wird noch vor der Familie Quandt (BMW) Hauptaktionär des Chipkarten-Erfinders Gemalto. Der von Präsident Nicolas Sarkozy geschaffene Strategische Investitionsfonds (FSI) hatte rund acht Prozent an dem führenden Hersteller von Chipkarten für Mobiltelefone, Gesundheits- und Kreditkarten erworben. Er verlangte am Freitagabend einen Sitz im Verwaltungsrat, um eine "aktive Rolle in der Unternehmensführung zu spielen".
"Gemalto spielt eine Schlüsselrolle für die Wettbewerbsfähigkeit der französischen Wirtschaft", erklärte FSI-Generaldirektor Gilles Michel. Der Strategiefonds wolle das Wachstum von Gemalto fördern und sei auch bereit, an einer Kapitalerhöhung teilzunehmen.
Nationales Drama
Der FSI kauft die Gemalto-Anteile für 160 Millionen Euro vom US-Fonds TPG Capital. Die Amerikaner waren vor einem Jahrzehnt bei dem Chipkartenerfinder Gemplus eingestiegen und hatten ihn später mit dem Konkurrenten Exalto zu Gemalto verschmolzen.
Das war in Frankreich als nationales Drama und Ausverkauf strategischer Technologien an die Amerikaner empfunden worden. Gemalto kam 2008 bei 1,68 Milliarden Euro Umsatz auf ein Betriebsergebnis von 169 Millionen Euro.
(dpa)
