AMS und Microsoft bilden IT-Fachkräfte aus

JOBMARKT
28.05.2009

Gemeinsame Initiative für 20 Jugendliche

Die IT-Branche in Österreich klagt über Fachkräftemangel, während die Jugendarbeitslosigkeit steigt. Um mehr junge Arbeitssuchende in IT-Berufe zu bringen, haben nun das Arbeitsmarktservice (AMS) und Microsoft Österreich eine gemeinsame Initiative gestartet.

Im Rahmen eines Pilotprojekts erhalten 20 junge Menschen im Alter bis 25 Jahre eine sechswöchige Fachausbildung, anschließend sollen sie im Microsoft-Partnernetzwerk einen Job als IT-Consulter oder IT-Developer finden.

Job im Microsoft-Partnernetzwerk

Das Projekt wird vom AMS mit 100.000 Euro unterstützt, erklärte die stellvertretende Geschäftsführerin des AMS Wien, Inge Friehs, am Donnerstag. Microsoft habe "einen fünfstelligen Betrag" in das Projekt investiert, biete die Infrastruktur und den Inhalt der Ausbildungsmodule, erläuterte die Geschäftsführerin von Microsoft Österreich, Petra Jenner. Das Schulungsinstitut Bit hat einen Teil des Programms übernommen. Nach der intensiven Ausbildung von bis zu zehn Stunden am Tag sei das Ziel, die Teilnehmer an Unternehmen im Microsoft-Partnernetzwerk zu vermitteln.

IT-Fachkräftemangel - nicht beim AMS

Der von der österreichischen Wirtschaft immer wieder beklagte IT-Fachkräftemangel spiegelt sich nicht in den offiziellen Zahlen des AMS wider: Den zuletzt über 1.700 arbeitssuchenden Personen aus der IT-Branche stehen nur 212 gemeldete offene Stellen bundesweit gegenüber. Friehs führt das darauf zurück, dass viele IT-Betriebe ihre offenen Stellen nicht über das AMS, sondern durch Inserate oder Personalvermittler besetzen wollen.

Demografische Probleme

Auf dem IT-Arbeitsmarkt herrsche ein starker Mangel an jüngeren Mitarbeitern, erläuterte Jenner: Laut einer Studie des METIS-Instituts in Klagenfurt sind zwei Drittel der IT-Fachkräfte älter als 40 Jahre, 3,1 Prozent sind älter als 60, während nur 2,7 Prozent unter 30 Jahre alt sind. In etwa zehn Jahren werden rund zehn Prozent der IT-Fachkräfte in Pension gehen, fürchtet die Branche demografische Probleme. Gekündigte Mitarbeiter seien oft in ihrer Tätigkeit stark spezialisiert und würden mit Zusatzausbildungen in aktuellen Bereichen vom AMS unterstützt, um wieder Fuß zu fassen, erläuterte Friehs.

19 von 20 Teilnehmern sind männlich

Künftig sollten auch mehr Frauen die guten Verdienst- und Aufstiegschancen der IT-Berufe nutzen, wünschen sich Jenner und Friehs. Im am Donnerstag vorgestellten AMS-Microsoft-Projekt ist der männliche Überhang mit 19 von 20 Teilnehmern noch stark ausgeprägt.

(APA)