"IPv6-Umstellung nicht hinausschieben"
Die Internet-Wirtschaft forciert die Einführung des neuen Datenprotokolls IPv6, um das starke Wachstum der Teilnehmeradressen im globalen Netz bewältigen zu können.
Der verfügbare Platz sei spätestens im ersten Halbjahr 2012 erschöpft, sagte der Vorstandsvorsitzende der Internet Society (ISOC), Daniel Karrenberg, am Donnerstag zur Eröffnung einer zweitägigen Fachkonferenz in Frankfurt am Main.
Fast unbegrenzter Adressraum
Das bisherige Internet-Protokoll IPv4 ermöglicht nur rund vier Milliarden IP-Adressen. Geplant ist deshalb ein neues Protokoll, IPv6, mit einem wesentlich größeren Adressraum. Zur Einführung von IPv6 müssen die Netzgeräte wie Router, Switches, Firewalls und Gateways umgerüstet werden, was mit einmaligen Kosten verbunden ist.
"Umstellung nicht hinausschieben"
Karrenberg, der auch technischer Leiter beim europäischen Internet-Koordinationszentrum RIPE NCC ist, rief dazu auf, die Umstellung auf IPv6 so bald wie möglich einzuleiten und die erforderlichen Investitionen nicht weiter hinauszuschieben. Es sei absehbar, dass die Verteilung von IP-Adressen mit IPv4 zu einem knappen Gut werde, "am Ende gibt es da immer eine Torschlusspanik".
"Bisher nicht viele Handys gerüstet"
Auf dem Kongress stellten Unternehmen wie die Deutsche Telekom und die 1&1 Internet AG den Stand ihrer Vorbereitungen auf IPv6 vor. Vodafone-Projektleiter Johannes Spanier wies darauf hin, dass auch immer mehr Handys Internet-fähig und somit auf die Zuteilung einer IP-Adresse angewiesen seien.
Bisher gebe es nur wenige Handys mit Unterstützung für IPv6, sagte Spanier und nannte die neueren Nokia-Geräte sowie alle Smartphones mit Windows Mobile ab der Version 6.1. Vodafone hat IPv6 in einem Versuchsnetz eingerichtet und plant demnächst erste Tests im realen Mobilfunknetz.
"Im Idealfall darf der Kunde gar nicht merken, dass IPv6 eingeschaltet ist", sagte der Vodafone-Techniker. Auch Thorsten Dahm von Google schloss sich dieser Forderung an. Höchste Priorität bei der Umstellung müsse die Verfügbarkeit der Webdienste haben.
(APA/AP)
