EU-Kommission startet Print-Nachrichtenportal

EUROPA
26.05.2009

"Europäische Medienkultur schaffen"

In zehn Sprachen sollen die EU-Bürger künftig Zugang zu Zeitungen aus verschiedenen Staaten der Europäischen Union haben. Das ist das Ziel des neuen Internet-Portals Presseurop.eu, das EU-Kommissarin Margot Wallström am Dienstag in Brüssel eröffnete. Eine Redaktion von 14 Journalisten unter Führung des französischen Wochenblatts "Courrier International" wertet täglich 250 Zeitungen aus. Die für Europa besonders interessanten Artikel werden entweder in zehn Sprachen vollständig übersetzt oder in Zusammenfassungen in dem Portal lesbar sein. Das Projekt hat ein Budget von rund drei Millionen Euro pro Jahr.

"Die Medien verharren weitgehend in ihren nationalen Grenzen", sagte Wallström. "Wir wollen einen öffentlichen europäischen Raum entwickeln, in dem eine informierte Debatte über EU-Fragen stattfinden kann." Der Redaktionsleiter von "Courrier International", Philippe Thureau-Dangin, erwartet innerhalb von 18 Monaten rund 1,2 Millionen Besucher jährlich auf dem Medienportal. Die Redaktion sei völlig unabhängig von der EU-Kommission. Es gehe um Tendenzen in der Diskussion, nicht um Aktualitäten oder Nachrichten.

Europäische Medienkultur

"Wir wollen eine europäische Medienkultur schaffen, in der man die Debatte verfolgen kann, die es in Europa gibt", sagte auch Wallström. Das sei bisher schwer, weil Sprachbarrieren den Zugang zu Druckerzeugnissen erschwerten. "Es ist doch gut, das Leben von einigen der besten Artikel zu verlängern, indem man sie in andere Sprachen übersetzt."

Presseurop.eu wird zunächst auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Spanisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch und Tschechisch erscheinen. Eine Ausweitung auf die anderen 13 offiziellen EU-Sprachen ist innerhalb von fünf Jahren angestrebt, jedoch abhängig von Werbeerlösen. Aus Österreich sind die Tageszeitungen "Die Presse" und "Der Standard" sowie das Wochenmagazin "profil" in der Auswertung, an deutschen Medien sind "Der Spiegel", die "Berliner Zeitung", "Die Zeit", die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", die "Frankfurter Rundschau" und die "Süddeutsche Zeitung" im Pressespiegel vertreten.

(dpa/futurezone)