Italienische Big Brother Awards verliehen

DATENKRAKEN
24.05.2009

Facebook räumt bei Negativpreisen für Überwacher ab

Am Samstag sind in Florenz im Rahmen des E-Privacy-Meetings 2009 die italienischen Big Brother Awards verliehen worden. Als klarer Gewinner der Negativpreise für Überwacher und Datenkraken ging mit drei "Auszeichnungen" die US-Social-Networking-Site Facebook hervor. Die Betreiber der Online-Community setzten sich neben der Volkswahl auch in den Kategorien "Schlimmstes privates Unternehmen" und "am meisten in die Privatsphäre eingreifende Technologie" durch.

Facebook verleite dazu, persönliche Daten im Netz zu veröffentlichen und kontrolliere seine Nutzer. Die undurchsichtigen Geschäftspraktiken des Unternehmens würden darüber hinaus nicht gerade vertrauensbildend wirken, hieß es in der Begründung der Jury.

Zwei Negativpreise für Berlusconi-Abgeordnete

Auf zwei Negativpreise kam die italienische Abgeordnete Gabriella Carlucci der Berlusconi-Partei Popolo della Liberta. Für ihre Anträge zur Überwachung des Internets wurde sie mit dem Preis für das "lebenslange Ärgernis" bedacht. Für ihre Aussage, es sei an der Zeit, die Anonymität des Internets zu bekämpfen und zu zerstören, erhielt sie den Preis für die "erschreckendste öffentliche Äußerung".

Den Preis für die "schlechteste öffentliche Organisation" ging an das italienische Innenministerium, das sich unter anderem mit einer Initiative zur zwangsweisen Fingerabdruckerfassung von Roma-Kindern hervortat.

Positivpreis an Electronic Frontier Foundation

Der Positivipreis ging an die Electronic Frontier Foundation (EFF). Der Organisation wurde mit der Auszeichnung für ihren mittlerweile fast zwei Jahrzehnte andauernden Einsatz für elektronische Bürgerrechte gedankt.

Die italienischen Big Brother Awards werden alljährlich vom Progetto Winston Smith in Zusammenarbeit mit der Organisation Privacy International vergeben.

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