PC-Hersteller Lenovo verbucht Verlust
Fehlbetrag von 264 Millionen US-Dollar
Der chinesische Computerhersteller Lenovo ist wegen hoher Restrukturierungskosten und eines Nachfragerückgangs im vierten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich habe ein Fehlbetrag von 264 Millionen Dollar (193 Mio. Euro) gestanden, teilte der weltweit viertgrößte PC-Hersteller am Donnerstag mit. Analysten hatten lediglich mit einem Minus von 186 Millionen Dollar gerechnet.
Im Vorjahresquartal hatte Lenovo noch einen Gewinn von 140,4 Millionen Dollar verbucht. Für das Gesamtjahr 2009/10 wies der Konzern ein Minus von 226,4 Millionen Dollar aus. Lenovo hatte vor etwa drei Jahren die Computersparte von IBM übernommen.
Schwieriges Jahr steht bevor
Der Umsatz fiel nach Reuters-Berechnungen im vierten Quartal auf 2,8 Milliarden Dollar von 3,6 Milliarden Dollar im Vorquartal. Das laufende Jahr dürfte wegen der schwachen Nachfrage nach Hochtechnologieprodukten im Zuge des Konjunkturabschwungs und der Kosten für einen Stellenabbau schwierig werden, prognostizierte das Unternehmen. "Der Konzern rechnet mit einem weiterhin herausfordernden Umfeld für das Fiskaljahr 2009/10", hieß es in einer Presseveröffentlichung Lenovos.
Marktanteile verloren
Im vergangenen Jahr verlor Lenovo Marktanteile an seine Konkurrenten Dell, Hewlett-Packard und Acer. Auf seinem Heimatmarkt konnte der chinesische Konzern jedoch seinen Marktanteil auf 30 Prozent von zuvor 28 Prozent ausbauen.
Das Unternehmen teilte zudem mit, auch eine Börsennotierung in China anzustreben. "Wir würden gerne an den A-Aktienmarkt gehen", sagte Lenovo-Chef Liu Chuanzhi. Bislang ist Lenovo an der Hongkonger Börse gelistet.
(APA/Reuters)
