Hahn will CERN-Entschluss erklären

FORSCHUNG
17.05.2009

Laut Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) müsste das Forschungsbudget "neu gedacht" werden, wenn Österreich nicht aus dem europäischen Kernforschungszentrum CERN aussteigt.

Hahn will bei einem für Montagnachmittag anberaumten Treffen mit Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) die Beweggründe für seinen Entschluss darlegen, aus dem CERN auszusteigen. Gleichzeitig wolle Hahn "Fakten klarstellen", hieß es am Sonntag aus dem Wissenschaftsministerium. Sollte es die Zustimmung des Koalitionspartners aber nicht geben, müsse klar sein, "das weite Teile des Forschungsbudgets neu gedacht werden müssen".

20 Millionen für CERN

Zu den Fakten, die Hahn bei dem Treffen klarstellen möchte, gehört etwa der Anteil der derzeit für CERN ausgegebenen Mittel am Forschungsbudget. Das Wissenschaftsministerium verfüge zwar insgesamt über ein Budget von rund 3,5 Milliarden Euro. Davon sei aber der Großteil für Unis und Fachhochschulen gebunden. Für Forschung stünden 2009 rund 300 und 2010 375 Millionen Euro zur Verfügung, die Aufwendungen für CERN in Höhe von rund 20 Millionen Euro jährlich würden also rund sechs Prozent des gesamten Forschungsbudget des Ressorts ausmachen. Wenn man die Mittel für den Wissenschaftsfonds FWF außer Streit stelle, seien es sogar zehn Prozent, betonte man im Wissenschaftsministerium.

Ohne Ausstieg aus dem CERN müsste - bei Sicherstellung der FWF-Mittel - das Forschungsbudget "neu gedacht" werden. Betroffen davon könnten etwa Förderprogramme für junge Wissenschaftler sowie geplante Beteiligungen an neuen internationalen Projekten wie einer europäischen Gewebedatenbank und dem deutschen Teilchenbeschleuniger FAIR sein.

28.800 Unterzeichner gegen CERN-Ausstieg

Eine vom Fachausschuss Kern- und Teilchenphysik (FAKT) der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft (Austrian Physical Society) gestartete Online-Petition gegen den Ausstieg Österreichs aus dem CERN hat bis zum Sonntag bereits rund 28.800 Unterstützerunterschriften erhalten.

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(APA)