EU rügt Fluglinien wegen Online-Ticketverkaufs
Die EU-Kommission hat zahlreiche europäische Fluglinien wegen Irreführung beim Ticketverkauf im Internet kritisiert und auch bei der AUA, Niki und SkyEurope Unzulänglichkeiten festgestellt.
Konkret geht es um die Irreführung beim Preis der Flugtickets. So sollen Lockangebote, in denen das Ticket mit nur wenigen Euro angeboten wird, tatsächlich aber dann unter Einrechnung von Steuern und Taxen ein Vielfaches kostet, unterbunden werden. Außerdem im Visier der Brüsseler Behörde: Von vornherein angeklickte Versicherungsangebote, die der Kunde aktiv wegklicken muss, um für den - oft unnötigen - zusätzlichen Schutz nicht bezahlen zu müssen. Insgesamt hat die EU-Kommission bei einer Untersuchung fragwürdige Praktiken in diesem Bereich bei 36 von 67 Fluglinien geortet.
AUA auf "grauer Liste"
Die Kommission hat de facto eine Liste mit drei Kategorien erstellt. Auf einer mit einer "weißen Liste" vergleichbaren Einteilung rangieren 16 Flugunternehmen, darunter SAS, Iberia und Virgin Atlantic..
Auf einer "grauen Liste", wo die Luftfahrtlinien zwar wegen Unzulänglichkeiten kritisiert werden, aber bereits Besserung versprochen haben, firmiert neben Lufthansa und Air Berlin auch die österreichische AUA.
Niki und SkyEurope auf "schwarzer Liste"
Auf einer Art "schwarzer Liste" scheinen die Billigfluglinie Niki des Österreichers Niki Lauda und die in Österreich, Tschechien und der Slowakei operierende Billigairline SkyEurope sowie Germanwings auf. Mit diesen Fluglinien gebe es "andauernde Diskussionen" über Missstände, sagte EU-Konsumentenschutzkommissarin Meglena Kuneva.
Sorgen machen der Brüsseler Behörde jedoch vor allem die italienischen Fluglinien myair und Wind Jet sowie die griechische Olympic Airlines, Air Baltic (Lettland), Aeroflot (Russland), Emirates (Vereinigte Arabische Emirate), Northwest (USA)
Royal Air Maroc (Marokko) und Turkish Airlines (Türkei).
Kuneva erklärte, sie wolle nicht von einer "schwarzen Liste" sprechen. Aus der EU-Kommission hieß es, dass die genannten Fluglinien den Anforderungen der Komission nicht entsprechen würden.
Evaluierung im Juli
Angesprochen auf eine Frist zur Behebung der Mängel meinte Kunewa, im Juli werde eine Evaluierung erfolgen. Und die Kommission "kann sich zwar nicht an einzelne Fluggesellschaften wenden, aber ein Verfahren gegen einzelne EU-Staaten einleiten, wenn bestimmte Vorschriften der Richtlinie nicht eingehalten werden". Davor werde die Kommission nicht zurückschrecken, sagte Kuneva.
Erfreut zeigte sich die Kommissarin, dass die Konsumentenschutzvorschriften in Europa seit Beginn der Untersuchungen vor 18 Monaten deutlich besser eingehalten würden. Von 137 untersuchten Websites seien unterdessen 115 korrigiert worden. Die EU-Kommission hatte angekündigt, gegen gesetzeswidrige Praktiken beim Verkauf von Flugtickets im Internet vorzugehen, sollten diese nicht bis Anfang Mai 2009 abgestellt sein.
(APA/AFP/dpa)
