© Reuters/Heinz-Peter Bader, Telekom Austria Schild

TA mit weniger Umsatz und Gewinn

Q1/2009
13.05.2009

Die Telekom Austria (TA) hat im ersten Quartal 2009 wie erwartet einen deutlichen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. TA-Chef Hannes Ametsreiter führte das unter anderem auf geringere Erlöse im Festnetz zurück. Er kündigte weitere Kostenreduzierungen an.

Der Nettoüberschuss sank gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres um 34,2 Prozent auf 85,3 Mio. Euro, der Gewinn je Aktie sank im gleichen Ausmaß von 0,29 auf 0,19 Euro. Der Umsatz ging um fünf Prozent auf 1,197 Mrd. Euro zurück, wie das Unternehmen am Mittwoch ad hoc mitteilte.

Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) gab es einen Rückgang um 6,4 Prozent auf 454,8 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis war mit 180,1 Mio. Euro um 11,0 Prozent niedriger als im gleichen Zeitraum 2008.

Ametsreiter will Kosten reduzieren

"Der Umsatzrückgang war im 1. Quartal 2009 hauptsächlich durch geringere Erlöse im Festnetz aufgrund niedrigerer Wholesale-Erlöse und dem Verkauf von Tochterunternehmen bedingt", erläuterte TA-Vorstandschef Hannes Ametsreiter.

Für das laufende Jahr rechne man mit einem leicht schwächeren Umsatz als ursprünglich erwartet, andererseits werde man auch die Kosten entsprechend reduzieren. "Wir bekräftigen weiterhin die Dividendenuntergrenze von 75 Cent je Aktie" für die Jahre 2009 bis 2012, sagte Ametsreiter laut Mitteilung.

Währungsprobleme in Weißrussland

Obwohl der Festnetzumsatz durch ein geringeres Sprachvolumen und den Verkauf der Festnetztöchter in Tschechien, der Slowakei und Polen zurückging, gab es im Segment Festnetz einen leichten Anstieg des EBITDA. In der TA-Gruppe ging das EBITDA um 6,4 Prozent zurück, vor allem durch den Verkauf von Anlagen im 1. Quartal 2008 in Bulgarien, das Auslaufen der nationalen Roaming-Vereinbarung in Kroatien sowie negative Währungseffekte - vor allem aufgrund des weißrussischen Rubel.

Mit Stichtag 31. März hatte die TA-Gruppe insgesamt 17,9 Millionen Mobilfunk-Kunden, um 13 Prozent mehr als vor einem Jahr. Dennoch ging der Mobilfunk-Umsatz um 0,8 Prozent auf 790,3 Mio. Euro zurück. Schuld daran seien einerseits geringere Roaming-Erlöse, hauptsächlich durch das Auslaufen des nationalen Roaming-Abkommens mit einem Mitbewerber in Kroatien, erklärte die Telekom Austria (TA) heute, Mittwoch, zu ihrem Quartalsbericht. Zudem habe man alleine durch die Abwertung des weißrussischen Rubel 12,6 Mio. Euro verloren.

Weniger Gewinn im Mobilfunksektor

Das EBITDA verringerte sich im Segment Mobilfunk um 8,1 Prozent auf 306,3 Mio. Euro im 1. Quartal 2009, vor allem aufgrund geringerer Beiträge aus Österreich, Bulgarien und Kroatien. Die Verluste im Zusammenhang mit der Aufnahme der operativen Tätigkeit in Serbien und Mazedonien reduzierten sich von 19 Mio. Euro im ersten Quartal 2008 auf 11,1 Mio. Euro im ersten Quartal 2009. Das Betriebsergebnis sank auf 144,1 Mio. Euro (nach 176,9 Mio. Euro).

In Österreich wuchs die Kundenbasis der Mobilkom Austria um 11,7 Prozent auf 4,6 Millionen per Ende März 2009. Dieser Anstieg sei vor allem auf attraktive Tarife und zusätzliche SIM-Karten für mobiles Breitband zurückzuführen, heißt es. Der Marktanteil der Mobilkom erhöhte sich nach eigenen Angaben von 41,2 auf 42,4 Prozent.

Mobilkom-Umsatz leicht gesunken

Die Penetrationsrate in Österreich stieg auf 129,1 Prozent per Ende März 2009 im Vergleich zu 119,1 Prozent im Vorjahr. Dieser Anstieg sei auf die zunehmende Anzahl der Kunden zurückzuführen, die zusätzlich zu ihren SIM-Karten für Sprachdienstleistungen auch SIM-Karten für mobiles Breitband verwenden.

Der mobilkom-Umsatz sank um 1,3 Prozent auf 403,6 Mio. Euro. Der durchschnittliche Umsatz pro Kunden (ARPU) verringerte sich um 11,1 Prozent auf 25,5 Euro, da die niedrigeren Tarife für Sprache und Datendienste durch die höhere Datennutzung nur teilweise ausgeglichen werden konnten. Die durchschnittlich verrechneten Gesprächsminuten pro Kunden sanken im ersten Quartal um 8,2 Prozent auf 168,3 Minuten. Der Daten-ARPU stieg um 2,4 Prozent auf 7,2 Euro. Beim "mobilen Breitband" hat die mobilkom heute rund 441.000 Kunden - um 42 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Das EBITDA der mobilkom fiel um 5,5 Prozent auf 160,7 Mio. Euro, das Betriebsergebnis um 4,5 Prozent auf 102,0 Mio. Euro.

Mehr Festnetz-Breitbandanschlüsse

Die Anzahl der Festnetz-Anschlüsse sinkt weiter, allerdings hat sich der Trend verlangsamt: Im ersten Quartal d.J. verringerte sich die Zahl der Anschlüsse um 8.000, im ersten Quartal des Vorjahres hatte der Rückgang noch 32.400 betragen. Die Anzahl der Festnetz-Breitband-Anschlüsse stieg per Ende März 2009 um 14,4 Prozent auf 935.700. Die Festnetz-Umsatzerlöse sanken um 10 Prozent auf 469,5 Mio. Euro. Das Festnetz-EBITDA erhöhte sich leicht um 0,6 Prozent auf 157,8 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis stieg um 50,5 Prozent auf 45,0 Mio. Euro.

Ende März beschäftigte die Telekom Austria Group 16.789 Mitarbeiter, das waren um 885 weniger als vor einem Jahr. Im Festnetz-Bereich wurden 1.267 Mitarbeiter abgebaut, dort gibt es noch 8.265 Beschäftigte. 258 Mitarbeiter wurden durch den Verkauf der eTel Slovensko und der Telekom Austria Czech Republic abgebaut. Die restlichen Abgänge seien im Wesentlichen auf das Restrukturierungsprogramm zurückzuführen, wobei 398 Mitarbeiter den Sozialplan angenommen und davon 334 das Unternehmen per 31. März 2009 verlassen hätten, erklärte das Unternehmen. Im Mobilfunk stieg die Mitarbeiterzahl um 382 auf 8.524, vor allem durch mehr Mitarbeiter in Weißrussland und Serbien.

(APA)