Selbst Hand anlegen in der Krise
"Matrix" über den Aufschwung der Do-it-yourself-Gemeinschaft
Selbstgemachtes hatte lange den Charme von kindlichem Bastelspaß. In Zeiten der Finanzkrise erlebt das Do-it-yourself-Prinzip aber einen enormen Aufschwung. Anstatt beim Einkaufen jeden Cent umzudrehen, greifen immer mehr Konsumenten darauf zurück, Alltagsgegenstände selbst herzustellen.
Am Sonntag in Ö1
Sie hören diesen Beitrag im Ö1-Netzkulturmagazin "matrix" am Sonntag um 22.30 Uhr in Radio Ö1.
Jeder kann Dinge selbst machen
Einer der Pioniere dieser Bewegung ist der in Brooklyn wohnhafte US-Amerikaner Bre Pettis. Seine Ideologie lautet: Jeder kann Dinge selber machen. Alles, was man braucht, ist eine einfach verständliche Erklärung. Und die liefert er täglich auf seiner Website. Bei komplizierteren Dingen setzen die Bastler auf den Gemeinschaftseffekt. Ideen werden geboren, von anderen weiterentwickelt und schließlich auch gebaut. Eine solche Idee ist ein in Wien stationierter 3-D-Drucker, der Schnapsgläser, Verlobungsringe und vieles mehr verwirklicht.
Gebasteltes wird online verkauft
Doch auch ökonomisch wird der Do-it-yourself-Gedanke langsam zum Konkurrenten gängiger Konsummechanismen. Die eBay-ähnliche Plattform Etsy.com verkauft ausschließlich Selbstgebasteltes zu moderaten Preisen. Vom Strickpullover bis zum Designer-Möbelstück kann dort alles erworben werden, was in auf der ganzen Welt verstreuten Bastlerstuben ausgeheckt worden ist. Alleine im ersten Halbjahr 2008 setzten die Etsy-Betreiber mit ihrer stark vernetzten Bastler-Community über 33 Millionen Dollar um, Tendenz steigend, berichtet Roland Gratzer.
(Matrix)
