© Fotolia/Kati Molin, Mobiltelefon

Platz vier bei EU-Terminierungsranking

ÖSTERREICH
07.05.2009

Österreich hat im EU-Raum die viertniedrigsten Gebühren für Netzbetreiber, die diese für die Weiterleitung von Anrufen in andere Mobilnetze verrechnen.

Österreich hat bei der Mobiltelefonie unter den 27 EU-Staaten die viertniedrigsten Terminierungsgebühren - das sind jene Gebühren, die Netzbetreiber einander für die Weiterleitung von Anrufen in das jeweils andere Mobilnetz in Rechnung stellen.

Dafür sowie für den Umstand, dass von 2007 auf 2008 diese Gebühren, die sich in jeder Telefonrechnung wiederfinden, von 7,51 auf sechs Cent gesenkt wurden, gab es auch Lob von EU-Telekommunikationskommissarin Viviane Reding. Sie forderte allerdings bis 2012 eine generelle Senkung dieser Preise auf 1,1 bis maximal 1,3 Cent. Mittlerweile - seit 1. Jänner 2009 - werden in Österreich 4,5 Cent verrechnet.

Festnetz billiger als Mobil

Im EU-Schnitt hatten diese Gebühren im Vorjahr 8,55 Cent betragen. Am billigsten sind die "Zustellungsentgelte" in Zypern mit 2,10 Cent, am teuersten in Bulgarien mit 15,92 Cent. Reding verlangt die Beseitigung von Preisverzerrungen zwischen kleinen und großen Betreibern ebenso wie eine Harmonisierung zwischen Festnetz- und Mobilfunkbetreibern.

Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes erklärte dazu, dass die Situation bei den Festnetzbetreibern "weniger dramatisch" sei. Die Zustellungsgebühren in diesem Bereich seien im Durchschnitt ein Zehntel so hoch wie bei den Mobilfunkbetreibern. Im EU-Schnitt liegen die Kosten im Festnetzbereich zwischen 0,57 und 1,13 Cent, je nach Tageszeit.

EU: Mehr Handys als Bürger

Kroes gab zu bedenken, dass es in der EU mehr Mobiltelefone gebe als Bürger. Und die meisten Haushalte würden über einen Festnetzanschluss verfügen. "Das ist beeindruckend." Nun gehe es darum, "faire Preise" für beide Bereiche zu sichern. Reding erklärte, die beträchtlichen Unterschiede zwischen den EU-Ländern könnten zu schwerwiegenden Verzerrungen des Wettbewerbs zwischen Mitgliedsstaaten und Betreibern führen.

Solchen Wettbewerbsverzerrungen müsse entgegengewirkt werden, da sie die Investitionen in den Glasfaserausbau der Festnetze verhinderten, wofür letztlich die Telefonkunden zur Kasse gebeten würden.

Entgelte im Vergleich

Nachfolgend die Zustellungsentgelte im EU-Vergleich, beginnend mit der niedrigsten Gebühr: Zypern (2,10 Cent), Schweden (4,19), Finnland (5,30), Österreich (6,00), Slowenien (6,66), Rumänien (6,77), Frankreich (6,95), Großbritannien (7,40), Portugal (7,72), Spanien (7,94), Deutschland (8,19), Ungarn (8,36), Dänemark (8,59), Lettland (8,74), Estland (8,76), Belgien (8,80), Luxemburg (9,13), Italien (9,36), Niederlande (9,43), Malta (9,62), Irland (10,01), Griechenland (10,03), Litauen (10,43), Slowakei (10,82), Polen (12,00), Tschechien (12,20) und Bulgarien (15,92).

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(APA/futurezone)