EU und UNO betonen Bedeutung der Medien
Anlässlich des Welttags der Pressefreiheit haben Vereinte Nationen und Europäische Kommission am Sonntag die Bedeutung des Journalismus für Demokratie und Frieden betont.
Medien könnten zum Dialog, zur Versöhnung und zu gegenseitigem Verständnis beitragen, sagte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon in New York. Die Arbeit von Journalisten stelle einseitige oder fest verwurzelte Standpunkte über religiöse und politische Differenzen infrage und verleihe Minderheiten eine Stimme.
EU-Entwicklungskommissar Louis Michel warnte vor Einschränkungen der Pressefreiheit. "Ohne Freiheit der Berichterstattung gibt es keine Demokratie", sagte Michel in Brüssel. "Eine schlecht informierte Gesellschaft ist eine kranke Gesellschaft." Entwicklung, Menschenrechte und Demokratie könne es nur geben, "wenn freie und unabhängige Medien Fragen aufwerfen und Debatten anstoßen dürfen".
EU-Journalistenpreis
In Zusammenarbeit mit der Organisation Reporter ohne Grenzen und dem Weltverband der Zeitungen schrieb die EU-Kommission den Lorenzo-Natali-Preis 2009 aus. Seit 1992 werden mit dem international ausgeschriebenen Preis Journalisten ausgezeichnet, die sich mit ihrer Berichterstattung für Menschenrechte, Demokratie und Entwicklung einsetzen. Beteiligen können sich Journalisten, die in den Sparten Fernsehen, Radio, Printmedien oder Online arbeiten. Einsendeschluss ist am 30. Juni. Der Preis ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert.
Einschränkungen nehmen zu
Dem Jahresbericht der Organisation Freedom House zufolge gibt es im siebenten Jahr in Folge mehr Einschränkungen für die Pressefreiheit. Neben autoritären Staaten hätten auch Länder wie Israel, Italien und Hongkong die Arbeit von Journalisten erschwert.
Die Zahl der weltweiten Angriffe auf Journalisten nannte Ban "schockierend". Alleine in diesem Jahr seien laut einem jüngsten Bericht des internationalen Committee to Protect Journalists (CPJ) bereits elf Journalisten getötet worden. Darüber hinaus säßen 125 Medienvertreter weltweit wegen ihrer Arbeit in Gefängnissen. Einige seien jahrelang, einige sogar mehr als ein Jahrzehnt eingesperrt worden. Ban appellierte vor allem an China, Kuba und Eritrea, den festgenommenen Journalisten das Recht auf einen fairen Prozess zu ermöglichen.
"Mord und Festnahmen sind nur die offensichtlichsten Arten, wie Journalisten zum Schweigen gebracht werden. Oft üben sie aus Angst Selbstzensur. Das ist ebenfalls inakzeptabel; Journalisten müssen in der Lage sein, ihre Arbeit ohne Einschüchterung und Belästigungen auszuführen", betonte Ban.
(dpa)
