D: Auch Zypries will Waffen biometrisch sichern

KONTROLLE
26.04.2009

Deutsche Justizministerin für verschärftes Waffengesetz

In der Debatte über eine Verschärfung des Waffenrechts hat nun auch die deutsche Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) eine biometrische Sicherungspflicht von Schusswaffen gefordert.

Sie halte nur solche Regelungen für sinnvoll, bei denen der unberechtigte Zugang zu einer Waffe konsequent verhindert werde, sagte Zypries dem "Hamburger Abendblatt" (Montag-Ausgabe).

Bei der Einführung biometrischer Sicherheitssysteme könne der Eigentümer der Waffe diese mit seinem Fingerabdruck scharfstellen. Die technischen Voraussetzungen dafür seien heute bereits gegeben.

Verschärfung des Waffenrechts

Eine solche Sicherungspflicht wäre wesentlich wirksamer als eine bloße Verschärfung der derzeit bestehenden Aufbewahrungsvorschriften, gegen die ständig verstoßen werde, fügte Zypries hinzu. Die Ministerin zeigte sich überzeugt, dass die Bemühungen um eine Verschärfung des Waffenrechts zum Erfolg führen werden.

Auch der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte erklärt, Waffenschränke und Pistolen mit Fingerabdruck sichern zu wollen. "Sollten wir dafür Gesetze ändern müssen, werden wir das noch in dieser Wahlperiode umsetzen", sagte Schäuble. Er sei darüber mit Ländern, Sportschützen und Jägern in "intensiven Gesprächen".

Der Ruf nach schärferen Waffengesetzen war nach dem Amoklauf von Winnenden in Baden-Württemberg laut geworden, bei dem ein 17-Jährigee im März 15 Menschen und dann sich selbst erschossen hatte.

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(APA/AFP)