Bürgerrechtler richten Anti-Zensur-Server ein

DEUTSCHLAND
17.04.2009

DNS-Server gegen Netzsperren

Als Protest gegen die Unterzeichnung eines Netzsperren-Abkommens von fünf deutschen Großprovidern mit der deutschen Bundesregierung am Freitag in Berlin hat die Bürgerrechtsorganisation FoeBuD einen eigenen DNS-Server eingerichtet, mit dem Kunden besagter Provider die Sperrmechanismen umgehen können. Der Server sei unter der Adresse 85.214.73.63 erreichbar, so die Organisation, die auch die deutschen Big Brother Awards vergibt.

Vorwürfe an die Politik

Der FoeBuD will auch eine ausführliche Anleitung zum Umgehen der Sperre auf seiner Website publizieren. Die Organisation ist sich mit dem Chaos Computer Club, dem Verein der Missbrauchsopfer gegen Internet-Sperren und anderen Gruppen darin einig, dass die Einführung der geheimen Internet-Filterliste "populistische symbolische Politik" sei, weil das eigentliche Problem des Kindesmissbrauchs damit nicht angegangen, sondern "aus dem Blickfeld der Bevölkerung wegzensiert" werde.

"Die Existenz einer nicht-öffentlichen Zensurliste ist unvereinbar mit dem Gebot der Presse-, Informations- und Meinungsfreiheit", so FoeBuD-Sprecherin Rena Tangens, die auch davor warnt, dass die Sperrliste zu weitergehenden Zensurzwecken verwendet werden könnte.

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