China startet Navigationssatelliten

ORBIT
15.04.2009

Streit über Kommunikationsfrequenzen

Die Volksrepublik China hat am Mittwoch erfolgreich den zweiten Satelliten für den Aufbau eines eigenen globalen Navigationssystems ins All gebracht. Eine Rakete vom Typ Langer Marsch 3C startete erfolgreich vom Raumfahrtzentrum Xichang in der Südwestprovinz Sichuan, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete.

An Bord war der zweite Satellit für das chinesische Navigationsprojekt Compass, das auf Chinesisch nach dem Sternbild des Großen Wagens Beidou genannt wird. Allein 2009 und 2010 sollen insgesamt zehn solcher Satelliten ins All gebracht werden. Das System soll bis 2015 fertiggestellt werden.

Frequenzband besetzt

Chinas System konkurriert mit den Plänen für das immer wieder verzögerte europäische Navigationsvorhaben Galileo, da die Chinesen dafür die gleiche Radiofrequenz reserviert haben wie die Europäer. Dadurch könnte der sicherheitsrelevante Teil von Galileo nach Expertenangaben praktisch unbrauchbar werden.

Die Verhandlungen der Europäischen Union mit China über das Problem sind bisher erfolglos geblieben. Wer die Frequenz zuerst nutzt, gelangt in ihren Besitz. Ursprünglich sollte auch China an Galileo beteiligt werden, wurde dann aber von wichtigen Entscheidungsgremien ausgeschlossen und verfolgt seit 2007 die Entwicklung eines eigenen Navigationssystems.

(dpa)