Wikileaks.de "in Transit"
Denic wehrt sich gegen Sperrvorwurf
Die Registrierungsstelle für de.-Domains, Denic, hat sich am Montag zum Fall Wikileaks.de zu Wort gemeldet. Weil die Domain seit Donnerstag nicht erreichbar ist, waren Sperrvorwürfe laut geworden. Eine Sprecherin der Denic wies gegenüber heise online die Vorwürfe zurück. Der Provider habe der Denic mitgeteilt, dass die Domain nicht mehr durch ihn verwaltet werde, so die Sprecherin. Weil verabsäumt wurde, die Domain zu einem anderen Provider umzuziehen, sei die Domain "in Transit" gegangen.
Der Provider Beasts Associated bestätigte am Montag in einer Aussendung die Angaben der Denic. Die Domain sei "auf Grund von nicht vertragsgemäßen Verhalten" des Domain-Inhabers Anfang Dezember 2008 gekündigt und schließlich am 9. April in die Verwaltung der Denic übergeben worden. Der Kündigung sei nicht widersprochen worden. Der Domain-Inhaber Theodor Reppe hatte am Samstag gegenüber ORF.at erklärt, er sei bisher nicht informiert worden.
Sperrvorwürfe
Zuvor hatte Wikileaks.org am Freitagabend in einer offiziellen Pressemitteilung davon gesprochen, dass die Domain ohne Vorwarnung gesperrt wurde. Dabei wurde auch auf eine Hausdurchsuchung vor zwei Wochen bei Reppe verwiesen, die mit der "Verbreitung pornografischer Schriften" und "Auffinden von Beweismitteln" begründet wurde. Über Wikileaks.de waren unter anderem Zensurlisten von Australien und anderen Ländern zu finden, in denen auch Links zu pornografischen Websites enthalten waren.
