Templates für Individualisten
Großartige Services sind online und kostenlos zu haben. Flickr, WordPress, Facebook, MySpace und wie sie alle heißen. Und alle nutzen sie, und alle sehen darin gleich aus. Nur manche nicht. Die trauen sich was.
Wir wollen einen Beleg dafür, dass wir alle die gleichen Individuen sind. Deshalb schauen wir uns Blogs als Dutzendware, Soziale Netzwerke voller Angestellter mit der Freude auf neue Herausforderungen und private Pauken-und-Trompeten-Seiten an.
Das Auge ermüdet beim Durchscrollen durch die immer gleichen Designs, die die immer gleichen Inhalte magisch anzuziehen scheinen. Wo der Kontakt zur Ware verkommen soll und jede Form von Aus-der-Reihe-Darstellung nicht wirklich erwünscht ist, überrascht das keinesfalls. Dann gibt es Angebote, da wünschte man sich mehr als ein Web-2.0-Einerlei oder die Auswahl zwischen "Template mit bunt" und "Template mit ohne bunt, dafür Sonnenaufgang". Und wo man sich aber austoben könnte, da traut man sich schon fast nicht mehr. Da fliegt einem beim aufrichtigen Versuch, Inhalt und Gestaltung in die eigene Hand zu nehmen, Code um die Ohren. Fieser Code, und den kann man mehr als Knobelspiel denn als Hilfestellung sehen.
Aber es ist Ostern. Wir bringen den Mut auf, zwei Dutzend abgebrochene Versuche von Hühnerfortpflanzung mit schreibunten Farben aufzuhübschen. Dann können wir auch ruhig mit einer eigenen Website herumeiern und sagen: "WordPress mag kostenlos sein, und dessen Stylesheets sind ein Kreuz im Umgang. Ich werde mehr als drei Tage für die Auferstehung meiner Homepage brauchen. Was für eine Lämmerei. Es wird hässlich aussehen, unerträglich unprofessionell. Aber man wird mich darin erkennen."
Oder so ähnlich und vielleicht auch weniger pathetisch.
Deshalb wird es Zeit, vorne anzufangen. Bei der Fortbildung. Da gibt es ordentliche Blogs mit Designtipps. Und es schadet nicht, sich ein paar ausgewählte Beispiele für Werbung anzuschauen. Als Inspiration. Oder sich ein wenig von anderen Beispielen inspirieren zu lassen, bevor man mit dem Coden loslegt. Manchmal hilft einem ja auch schon ein wenig Unterricht in Sachen Typografie, damit es nicht gar zu sehr immer nach Arial oder Times auf den eigenen Seiten ausschaut.
Und ein wenig Theorie über nachhaltiges Design kann auch nicht schaden. Das Internet hat zwar wenig mit Nachhaltigkeit zu tun, aber immerhin kann man das Buch ja mal lesen und nach...denken. Das alles zusammen macht einen schon mal zu einem Fashion-Victim des aktuellen Webdesigns. Und wenn man das will, dann sieht man dank eigener Anstrengung zumindest so aus, als würde der Puls der Zeit durch eigene Blog-Interfaces pumpen.
"Jaaaaaa", kann da einer sagen, "jaaaaaaa, das ist ja alles ganz schön und gut, aber ich nutze nun einmal WordPress, und von Grund auf will ich auch nicht anfangen, alles neu zu programmieren, ich bin ja kein Eierschaukler, der den lieben langen Tag nichts anderes tut, als in Kommentaren Tagebuch zu führen und Codezeilen für meine Homepage zu stricken."
Da hat der eine auch recht. Stimmt. Deshalb helfen hier schon einmal 25 Beispiel für gelungene WordPress-Templates über die ersten Anwendungsschmerzen hinweg. 25 reichen nicht? Gut, dann nehmen wir halt 40 davon. Es ist ja genug da. Wenn man schon so aussehen will mit seinem Blog wie alle, dann bitteschön nicht schlecht.
"Jaaaaaaaaaaaaa ..." (er wieder), richtig, das ist ja auch alles wieder nur Massengeschmack. Und wo das Web inzwischen Dank Bloggern, ihren Templates und modernen Spiegeleffekten immer ein wenig wie unterbeschäftigte Barbie-Puppen auf Koks aussieht, muss man doch genau das Gegenteil machen, um wirklich eine eigene Note zu kriegen.
Schwarze Schrift, möglichst Comic sans 9 Punkt, auf braunem Hintergrund. Dazwischen unsäglich unpassende Bildformate in Grün. Oder so. Möglichst noch in Kombination mit dieser Art von Schöngeist-Beleidigung. Und schon gar nicht so, dass jeder sofort sehen kann: aha, ein Blog.
Oder am besten, man stellt einfach wieder seine erste Homepage aus den 90ern live. Das hat heute schon einen Aha-Effekt. Google kann ein Lied davon singen, wie schön man stehen bleiben kann. Wenn alle weiterrennen, wird man auch so zum Individualisten. (Das wird doch jetzt hoffentlich niemand ernst nehmen ...)
Link:
Die Website von Harald Taglinger
(Harald Taglinger)
