12.05.2003

CACHE

Bildquelle: fuZo

Wenn Googles Gedächtnis lästig wird

Immer weniger lassen sich private Details und Daten im Netz verheimlichen.

Wahrscheinlich haben viele in einer Suchmaschine schon einmal ihren eigenen Namen eingegeben. Irgendeine Information findet sich dort praktisch immer und damit ist schon ein erster Grundstein für weitere Recherchen gelegt.

Wer im Tennisklub spielt, findet beispielsweise Ergebnislisten. Es gibt Fotos von Klassentreffen, eine Hausarbeit an der Universität wird zitiert, Beiträge aus Diskussionsforen archiviert. Wo der eigene Name auftaucht, kann somit fast nicht mehr beeinflusst werden.

Sogar ein eigener Begriff wurde dafür schon geprägt: Die Amerikaner nennen das "Vanity Google": Eitelkeitssuche. Was aber tun, wenn man Details oder Infos über sein Privatleben eigentlich nicht preisgeben will?

Google-Cache speichert "tote" Seiten

Gut bekannt und wahrscheinlich auch viel genutzt ist die Cache-Funktion von Google, der derzeit populärsten Suchmaschine im Netz. Seiten, die nicht mehr online sind, können über diese Funktion noch einige Zeit aufgerufen werden, selbst wenn diese auf dem ursprünglichen Server bereits gelöscht wurden.

Googles Cache enthält einen Schnappschuss einer Webseite, der während des Webdurchgangs von Google aufgenommenen wurde. Die Google-Robots grasen dazu in regelmäßigen Abständen das Netz nach Information ab und speichern diese in ihrer Datenbank.

Wer Zeit hat, kann den so genannten "Google Dance" abwarten und die damit verbundene Aktualisierung des Index. Wer aber die Information schneller aus dem Index gelöscht haben will, muss die URL bei Google händisch entfernen [lassen].

Verhindern der Google-Robots

Unterseiten von Weblogs oder anderen Web-Services, die der User nicht lokal auf einem ihm zugänglichen Rechner gespeichert hat, können auch direkt bei Google zur Löschung beantragt werden.

Um von vorneherein zu verhindern, dass die Google-Robots den Inhalt einer Website abgrasen und archivieren, kann ein Metatag in den Head-Bereich des Website eingefügt werden.

Sind die Suchergebnisse einmal aus Google gelöscht, sind sie damit auch bei Yahoo nicht mehr zugänglich. Seit 2000 sucht Yahoo mit Googles Technologie, doch die Suchmaschine will ihr Service um- und ausbauen und kombiniert die Google-Ergebnisse derzeit mit händisch editierten Themengebieten.

Google und der Rest

Die Suchmaschine von MSN, die nach eigenen Angaben und laut den Martkforschern von Jupiter Media Metrix Google bereits überholt hat, sucht mit eigenen Mitteln und bietet keine Cache-Funktion.

Auch die anderen führenden Suchmaschinen [laut US-Charts: Yahoo, Google, AOL und Ask Jeeves] konnten eine gelöschte Weblog-Geschichte nicht mehr reproduzieren, was aber vor allem an der mittlerweile zwei Monaten zurückliegenden Löschung liegen dürfte.