Bluebull verschwindet von Wiener Börse

Rien ne va plus
22.12.2006

Die Wiener Börse widerruft die Zulassung der Aktien der Bluebull AG, die bisher im Freiverkehr gelistet waren. Grund ist das laufende Konkursverfahren.

Die Aktie sei bereits vom Handel ausgesetzt gewesen, so die Sprecherin der Wiener Börse am Freitag.

Bluebull-Gründer Mike Lielacher hatte im Juli angekündigt, dass er das Unternehmen "in irgendeiner Form" liquidieren werde.

Konkursverfahren seit Jänenr

Über die in der Schweiz ansässige Bluebull, dem früherem Internet-Finanzdienstleistungs-Unternehmen des einstigen Börsengurus Lielacher und seines Partners Nemat Farrokhnia, war am 5. Jänner 2006 der Konkurs eröffnet worden.

Die Aktie wurde letztmals am 7. Juli mit 0,06 Euro das Stück gehandelt. Lielacher war selbst der größte Einzelaktionär von BlueBull.

Anfang und Ende von Bluebull

Die Bluebull-Aktie wurde erstmals am 26. April 2001 an der Wiener Börse gehandelt. Der Ausgabepreis betrug - unter Berücksichtigung eines späteren 1 : 10-Aktiensplits - 7,20 Euro. Auf ihrem Höhepunkt wurde Bluebull um 8,5 Euro je Aktie gehandelt. Der tiefste Kurs betrug am 16. Dezember 2005 genau 1 Cent.

In Turbulenzen geraten war Bluebull vor allem durch den Konkurs des Linzer Call Center-Betreibers CLC. Bluebull war mit 46 Prozent an der CLC beteiligt.

Kaum "Erinnerungsstücke"

Den Konkurs angemeldet hatte auch die webfreetv.com Produktions-GmbH, ebenfalls Teil des Bluebull-Konglomerats. Auch das in Konkurs gegangene Internet-Unternehmen Yline war an Bluebull beteiligt.

Letztes aktives Überbleibsel des Unternehmens ist das Internet-Magazin "Business-today", das allerdings mittlerweile von der Webfreetv Multimedia AG produziert wird, die die Turbulenzen unter neuen Eigentümern überlebt hat.

Lielacher und seine Tochter Larissa sind aus dem Aufsichtsrat der Webfreetv heuer ausgeschieden. Der einstige Börsenguru kümmert sich seither um die internationale Expansion des Unternehmens auf Franchisebasis und um strategische Partner.

(APA)