Zuschauer bestimmen Happy-End
Der Film "Jack Point Jack" ist reine, anspruchslose Unterhaltung. Sein Tiefgang entspricht dem einer Tüte Popcorn. Dafür soll er allerdings der weltweit erste "echt" interaktive Fernsehfilm sein.
"Die erste Idee hatten wir Anfang 2000, dann hatten wir auch relativ schnell ein Treatment zusammen", so der Münchner Werbefilmer Michael Stelzer, der das Drehbuch geschrieben und Regie geführt hat.
Der Film "Jack Point Jack" war in der gesendeten Endfassung 35 Minuten lang. Tatsächlich war er durch die den Zusehern gegebenen Wahlmöglichkeiten aber viel länger: Es gab zehn verschiedene Handlungsstränge mit fünf verschiedenen Enden. Es musste also viel mehr Material gedreht werden, als gesendet werden konnte.
"Wir haben eine ganz einfache Geschichte genommen: der Held muss von A nach B rennen, um Geld innerhalb einer Stunde aufzutreiben, so Michael Stelzer. "Es ist wie im richtigen Leben: jede Entscheidung bestimmt dein Schicksal. Du gehst auf die Straße hinaus und wirst von einem LKW überfahren. Oder du sagst: ich bleib heute zuhause und guck Glotze und das Leben geht weiter. Also, das ist so der tiefere Sinn, der hinter der Geschichte steckt."
www.jackpointjack.deZuschauer wählen und zahlen
Seine Premiere feierte "Jack Point Jack" am 15. März 2002 auf der Website von T-Online. Ein halbes Jahr blieb er dort online abrufbar und zählte zu den Top Ten im "Bewegt-Bild-Angebot" von T-Online.
Bei der Ausstrahlung des Films im Fernsehen Mitte März dieses Jahres fiel die Bilanz zwiespältiger aus: Bei MTV Deutschland war die Quote gut, bei RTL 2 war sie es weniger.
Allerdings haben sich überdurchschnittlich viele Zuseher am Telefonvoting beteiligt. Insgesamt fast zehn Prozent der Gesamtzuschauerzahl nahmen am interaktiven Filmgeschehen teil, was das Format durch die kostenpflichtigen Anrufe für die Sender prinzipiell attraktiv macht.
Heute 22:30 im Ö1-Magazin matrix
Der zweite Teil der Sendung widmet sich dem Buch: "Game over?
Neue Selbstständigkeit und New Economy nach dem Hype". Thematisiert
wird die neue Arbeitskultur zwischen Selbstverwirklichung und
Selbstausbeutung. Zu Gast im Studio sind die beiden Herausgeber
Hubert Eichmann und Karin Steiner.
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