08.05.2003

MARKT

Bildquelle: waldt

"Arbeiter im E-Mail-Exil"

Der Marktforscher King Research hat im Auftrag von Sendmail, HP und Intel nach unerschlossenen digitalen Claims in der Arbeitswelt gesucht und wurde prompt fündig:

Fast 60 Prozent aller US-Beschäftigten im Gesundheitsbereich, im Einzelhandel und in der verarbeitenden Industrie sind demnach ohne E-Mail-Zugang. Sie sind daher laut der Studie von ihren Hauptquartieren, Arbeitskollegen und Kunden "abgeschnitten". Besonders betroffen seien Berufsstände wie Krankenschwestern, Verkaufspersonal und Lagerverwalter.

"Arbeiter im E-Mail-Exil" müssen demnach gravierende Nachteile in Kauf nehmen: Sie erhalten jobrelevante Infos wie Sicherheitshinweise, Kundenanfragen und Terminpläne wesentlich später als ihre "vernetzten" Kollegen.

Unerschlossene Potenziale

"Jeder hat schon von der digitalen Kluft gehört", kommentiert Sendmail-Manager John Stormer die Studie. "Was aber neu ist, ist die Tatsache, dass sich diese digitale Kluft gerade in Unternehmen auftut, die in anderen Gebieten als technologisch hoch stehend gelten."

Während einige Abteilungen solcher Unternehmen auf modernste Kommunikationstechnologien zugreifen können, erfahren gerade die "Beschäftigten an der Front" relevante Neuigkeiten nur aus dem sprichwörtlichen Kaffeeklatsch oder von Notizbrettern in den Gängen.

"E-Mail muss nicht sein", so Stormer. Aber Firmen sollten zumindest sicherstellen, dass die Produktivität und Performance des Personals nicht durch den Ausschluss von technischen Kommunikationsmöglichkeiten behindert wird. Denn gerade die "E-Mail-Exilisten" seien oftmals gut ausgebildete und bezahlte Angestellte.