MS und SAP lassen KMU-Spezialisten kalt
Der auf kleine und mittlere Unternehmen spezialisierte Buchhaltungs-Software-Anbieter Sage sieht die Versuche der Branchenriesen Microsoft und SAP, in diesen Markt einzudringen, gelassen.
"Die Kollegen lernen auch, dass das nicht so einfach ist", sagte der Chef der Deutschland-Tochter Sage KHK, Peter Dewald. "SAP und Microsoft stehen sehr am Anfang."
Microsoft sei nach der 2002 Aufsehen erregenden Übernahme der dänischen Navision derzeit mehr mit sich selbst beschäftigt als mit dem Markt. Die Beschwerde beim Bundeskartellamt gegen die Fusion habe Sage KHK deshalb nicht weiterverfolgt. "Wir haben derzeit keinen Grund zur Klage", sagte Dewald.
Die Sage-Software stützt sich auf das Windows-Betriebssystem von Microsoft.
MS-Business-Apps ohne GewinnzieleSAP hinter eigenen Zielen
Um das Ziel von SAP, mehr als 15 Prozent seines Umsatzes mit mittelständischen Unternehmen zu erwirtschaften, war es zuletzt ebenfalls ruhig geworden. Der Umsatzanteil liegt weiter knapp über fünf Prozent:
"SAP meint mit dem Mittelstand aber globale Autozulieferer mit fünf Milliarden Euro Umsatz", warnte Dewald vor hinkenden Vergleichen. "Wenn wir davon reden, sprechen wir vom Einmannbetrieb bis zu Firmen mit 200 Mitarbeitern."
Ähnlich wie SAP habe Sage weltweit und in Deutschland dem schwachen Markt getrotzt, sagte Dewald, der vor seinem Wechsel zu KHK Deutschland-Chef von Apple war.
In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2002/03 [zum 30. September] sei der Umsatz von Sage KHK trotz eines schwachen Neugeschäfts um 14 Prozent auf 24 Millionen Euro gestiegen. Der Lizenzumsatz habe sich um acht Prozent erhöht. Mit einem operativen Gewinn von sechs Millionen Euro liege die Umsatzrendite bei 24 Prozent.
