1,2 Mrd. Euro für deutsche IT-Branche
Im Rahmen eines nationalen IT-Gipfels hat Deutschland 1,2 Mrd. Euro für die Stärkung von Technologie und Forschung versprochen.
Die deutsche IT-Branche erhält in den kommenden drei Jahren 1,2 Milliarden Euro Förderung. Das Geld werde für die Technologie- und Forschungsförderung zur Verfügung gestellt, hieß es in einer "Potsdamer Initiative", die am Montag auf dem nationalen IT-Gipfel verabschiedet wurde.
Zu dem Treffen von Bundesregierung, Managern und Wissenschaftlern hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel [CDU] in die Universität Potsdam geladen, um Schritte zur Stärkung der Branche zu beraten.
Akuter Fachkräftemangel
Probleme bereitet der Branche vor allem der Mangel qualifizierter Fachkräfte. "Wir müssen unser Bildungssystem verbessern", sagte der Präsident des Branchenverbandes BITKOM, Willi Berchthold. Er forderte zudem, die Vernetzung zwischen den vielen Forschungseinrichtungen und Unternehmen zu verbessern.
Die Branche forderte er auf, sich auf die Zukunftsmärkte zu konzentrieren. "Es hat keinen Sinn, verlorenen Märkten hinterherzulaufen", so Berchthold.
Unterstützung für den Mittelstand
Kleine und mittlere Firmen sollen bei der Umstellung auf moderne IT-Anwendungen unterstützt werden. "Wir wollen den Mittelstand unterstützen durch den Ausbau von Kompetenzzentren und speziellen Förderprogrammen", sagte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos [CSU].
Er verwies zudem darauf, dass die Bundesregierung die Ausgaben für Forschung und Entwicklung erhöhen wolle. Das könne dazu beitragen, dass Innovationen schneller bis zur Marktreife entwickelt werden könnten.
"Wir wollen als Bundesrepublik Deutschland stärker daran teilhaben, damit wir zukunftsfähige Arbeitsplätze haben und damit 'Made in Germany' auch in diesem Bereich wieder ein Siegel für Güte und Qualität wird", so Merkel in ihrem Video-Podcast vom Samstag.
Acht Arbeitsgruppen am Werk
Für die "Potsdamer Initiative" legten acht Arbeitsgruppen unter Leitung von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, Forschungsministerin Annette Schavan [beide CDU], Glos sowie Deutsche-Telekom-Chef Rene Obermann, eBay-Deutschland-Geschäftsführer Stefan Groß-Selbeck und dem Vorstandsvorsitzenden des Telefonkonzerns Arcor, Harald Stöber, Vorschläge vor.
Unter anderem soll es eine Qualitätsoffensive für Call-Center sowie Vorgaben für die IT-Aufgaben in der Bundesverwaltung geben.
Bei E-Government hintennach
Glos sieht bisher große Defizite bei der Umstellung auf eine elektronische Verwaltung. Als Beispiele nannte er die Kommunikation zwischen Bürgern und Behörden sowie elektronische Gesundheitskarten, Personalausweise und Jobkarten.
Er erhoffe sich vom Technologie-Gipfel einen Anstoß dafür. Zum Abschluss der Veranstaltung wollte Merkel mit IT-Studenten und Forschern diskutieren.
(APA | AP)
