E-Plus-Offerte für MobilComs UMTS-Netz
Beim Verkauf des UMTS-Netzes des deutschen Mobilfunkanbieters MobilCom läuft nunmehr offenbar alles auf den Konkurrenten E-Plus hinaus.
Dem Aufsichtsrat liegt nach Angaben aus Unternehmenskreisen auf seiner Sitzung am Dienstag nur die Offerte in der Höhe von 20 Millionen Euro von E-Plus als formelles Angebot vor.
Die indische Hinduja-Gruppe hat nach eigenen Angaben kein Interesse an einem Kauf. Der Vice Chairmann von Hinduja, Solomon Raj, sagte am Montag auf Anfrage in Bombay: "Wir sind heute gefragt worden, ob wir an dem UMTS-Geschäft [von MobilCom] interessiert wären. Wir haben geantworten, dass wir kein Interesse haben." Von wem man genau kontaktiert worden sei, sagte er nicht.
MobilCom hatte mit finanzieller Hilfe von France Telecom für 8,4 Milliarden Euro eine der sechs deutschen UMTS-Lizenzen ersteigert, war dann aber im Streit mit seinem französischen Großaktionär in Existenznot geraten.
Weitere Interessen für MobilComs 3-G-Netz90 Prozent des Erlöses für FT
MobilCom-Sprecher Matthias Quaritsch sagte auf Anfrage, die Verkaufsverhandlungen mit E-Plus seien sehr weit gediehen, noch sei aber kein Vertrag unterzeichnet. Zu möglichen weiteren Interessenten sagte Quaritsch: "Wir prüfen jedes seriöse Angebot, haben inzwischen aber ein gewisses Zeitproblem."
MobilCom-Großaktionär France Telecom hatte im Zuge der kompletten Entschuldung seines einstigen Partners zugesagt, bis Ende dieses Jahres die Kosten für das Einfrieren der UMTS-Aktivitäten zu übernehmen.
Bis dahin soll das Netz verkauft werden, andernfalls müssen die Franzosen die Kosten für den Abriss tragen. Die werden auf rund 140 Millionen Euro taxiert. Von einem Verkaufserlös fließen 90 Prozent France Telecom zu. Falls E-Plus den Zuschlag erhält, wären das 18 Millionen Euro.
