Handys als "moderne Schweizer Messer"

m-payment
16.12.2006

Im französischen Straßburg wird seit zwei Monaten der Einsatz von Handys als Zahlungsmittel getestet - das Handy soll nach Angaben der Betreiber zum "Schweizer Messer des modernen Menschen" werden.

Zum ersten Mal wird in Straßburg versuchsweise die Möglichkeit angeboten, mit dem Handy anstatt mit der Kreditkarte die Einkäufe zu zahlen. Das von der Bank Credit Mutuel-CIC gemeinsam mit dem Mobilfunkbetreiber NRJ Mobile angebotene System beruht auf dem Prinzip, dass die Daten der Kreditkarte in der SIM-Karte des Handys enthalten sind.

Handy wird in "Lesegerät" geschoben

Das Handy wird wie eine Kreditkarte in ein eigenes Gerät eingelegt, mit dem zahlreiche Geschäfte in der elsässischen Metropole ausgestattet wurden, und der Kunde gibt auf seinem Mobiltelefon den Geheimcode ein.

Das Versuchsprojekt wurde in Zusammenarbeit mit MasterCard und dem Elektronikausstatter Sagem gestartet und betrifft nach den Angaben zunächst 160 Kunden des Credit Mutuel und des Betreibers NRJ Mobile.

Derzeit 50 Geschäfte beteiligt

Mit den nötigen Terminals wurden rund 50 Kaufleute im Zentrum von Straßburg ausgestattet. In zwei Monaten wurden bereits 500 Transaktionen für einen Durchschnittswert von zwölf Euro verzeichnet. "Es ist eine Weltpremiere, und ich bin sicher, dass das Handy das Zahlungsmittel der Zukunft ist", betonte Bernard Sadoun, Sprecher des Credit Mutuel für Mittel- und Osteuropa.

Der Kurzstreckenfunk NFC soll sich zum neuen Standard für den Informationsaustausch zwischen mobilen Geräten entwickeln. Auch für die bargeldlose Bezahlung eröffnet die Philips-Technik neue Möglichkeiten.

Anwendungsbereich vergrößern

"Technisch gesehen funktioniert das System wie vorgesehen", freute sich Sadoun und fügte hinzu: "Nächstes Jahr werden wir auf eine größere Skala übergehen, indem wie den Anwendungsbereich geographisch ausdehnen und Synergien mit weiteren Banken und weiteren Mobilfunkbetreibern schließen."

Geplant ist nach den Angaben weiter, noch weitere Zahlungsfunktionen in das Handy aufzunehmen, etwa die Abo-Karten für die öffentlichen Verkehrsmittel in Metropolen wie Paris, Marseille, Lyon oder Straßburg. "Letztendlich möchten wir aus dem Handy das Schweizer Messer des modernen Menschen machen", betonte Bernard Sadoun.

(APA)