New Hampshire erlaubt "War Driving"
Der US-Bundesstaat New Hampshire plant ein Gesetz, nach dem der Einbruch in ungeschützte Funknetze gesetzlich nicht bestraft werden soll.
Das so genannte "War Driving", die Suche nach offenen WLAN-Netzen [Wireless Local Area Network], wäre demnach legal.
Der Gesetzesentwurf, die House Bill 495, nimmt damit die Netzwerk-Administratoren in die Verantwortung, die dafür Sorge zu tragen haben, ihre WLAN-Netze auseichend abzusichern.
Der Fehler des Betreibers, sein Netzwerk nicht ausreichend abzusichern, wird als fahrlässig gewertet.
Damit weicht der Entwurf von der üblichen US-Gesetzgebung ab, die ja beispielsweise im DMCA die Weitergabe von Detailinformationen über etwaige Schwachstellen in Software unter Strafe stellt.
House Bill 495Klärung der Rechtslage
Rechtsexperten fürchten nun eine Erschwerung der Strafverfolgung von echten Kriminellen, die aus ungesicherten WLAN-Netzen ihren Vorteil zeihen.
Die Electronic Frontier Foundation [EFF] hingegen bezeichnet das geplante Gesetz als "erleuchtend", da so endlich die Rechtslage in diesem Bereich geklärt werde.
Auch Mark Rasch, ehemaliger Mitarbeiter der Abteilung gegen Computerkriminalität im US-Justizministerium, betrachtet die Sichtweise im neuen Gesetzesentwurf als durchaus sinnvoll.
"Wenn die Netzwerkbetreiber Einbrüche in ihre Funknetze gesetzlich verfolgen wollen, sollten sie erst einmal für die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen sorgen."
Trendsport: "War Driving" und "War Chalking"
Das "War Driving" und damit auch das "War Chalking" haben sich im
letzten Jahr zum Trendsport etabliert. Dabei fahren die potenziellen
Einbrecher mit dem Auto durch Geschäftsviertel und überprüfen, ob
sie sich in ein Funknetz einklinken können. Ist die Suche
erfolgreich, wird mit Kreide an dem entsprechenden Haus eine
Markierung angebracht.
User markieren offene FunknetzeRiskanter Pfusch
Meldungen über zahllose ungeschützte WLANs haben der Technik einen schlechten Ruf in puncto Sicherheit eingebracht.
Dass dem so ist, liegt nicht daran, dass es sich generell um eine unsichere Technologie handelt, sondern an der Konfiguration des Equipments. Die Standardeinstellung der Hersteller zielt nämlich auf schnelle Inbetriebnahme des WLAN und einfaches Log-in für den User.
Schon die relativ einfache Kombination aus Unterdrückung des Netzwerknamens - Unbefugte müssten ihn erraten -, Authentifizierung der einloggenden MAC-Adresse [Hardware-Kennnummer] und einfache DES-Verschlüsselung [ab 40 Bit] ergibt ein gewisses Maß an Sicherheit.
Für unternehmenskritische Anwendungen empfiehlt sich zusätzlich das Aufsetzen eines Virtual Private Network [VPN], das mit Triple DES [128 Bit] oder dem neuen Standard-Algorithmus Rijndael verschlüsselt ist.
