Investoren als nationales Sicherheitsrisiko
Der Übernahmekampf um den unter Gläubigerschutz nach Chapter 11 stehenden US-Glasfaser-Carrier Global Crossing zieht sich weiter in die Länge.
Die USA haben zur definitiven Klärung, ob das Angebot der beiden asiatischen Konzerne Hutchison Whampoa und Singapore Technologies Telemedia angenommen werden soll, einen eigenen Untersuchungsausschuss eingerichtet.
Hintergrund ist die Sorge, dass die nationale Sicherheit der USA durch die Übernahme von ausländischen Investoren gefährdet sein könnte. In der 45-tägigen Untersuchung des "Committee on Foreign Investment" sollen alle strittigen Punkte noch einmal genau unter die Lupe genommen werden.
Hutchison Whampoa und Singapore Technologies hatten im Sommer des Vorjahres 250 Mio. USD für einen 61,5-Prozent-Anteil an Global Crossing geboten.
Global Crossing soll an asiatische Bieter gehenSensible Daten
Das Angebot aus Asien hat seitens der Regierung heftige Diskussionen ausgelöst. So wurde angemerkt, dass Global Crossings Netzwerk sensible Daten des Justizministeriums, des Geheimdienstes CIA und der Bundespolizei FBI verarbeite.
Global Crossing gilt als einer der größten internationalen wie auch nationalen Carrier. Sowohl Hutchison als auch Singapore Technologies haben bereits Pläne vorgelegt, wobei sie sich bei einer allfälligen Übernahme nicht in das Tagesgeschäft des Carriers einmischen würden.
Nach Ablauf der Untersuchung, dem Komitee gehören unter anderem Vertreter des Verteidigungs-, Justiz- und Wirtschaftsministeriums an, werden die Ergebnisse plus Vorschläge zur weiteren Vorgangsweise Präsident George W. Bush vorgelegt. Dieser hat dann 15 Tage Zeit, um über das Angebot zu entscheiden.
Im Februar dieses Jahres hat sich ein US-Interessent in den Kampf um Global Crosing eingeschalten. Der US-Telekom-Konzern IDT, der vom ehemaligen republikanischen Gouverneur James Courter geleitet wird, will 255 Mio. USD für das insolvente Unternehmen bieten. Mit dem Offert will IDT das bisherige Angebot aus Asien blocken. Es wäre schlecht für die Sicherheit der USA, würde ein Unternehmen wie Global Crossing von ausländischen Konzernen beherrscht, so Courter.
