Doch Aufschub für Nokia Siemens Network
Wegen der Korruptionsaffäre verzögert sich die Zusammenlegung der Netzwerksparten von Siemens und Nokia.
"Nokia Siemens Networks wird voraussichtlich nun im ersten Quartal 2007 die Geschäfte starten - anstatt Jänner 2007, wie bisher erwartet", teilten beide Konzerne am Donnerstag mit.
"Unbelasteter Start"
Vor Abschluss der Transaktion werde Siemens eine Überprüfung seiner internen Geschäftspraktiken [Compliance] vornehmen, an der sich auch Nokia aktiv beteiligen werde. "Nokia will wie wir, dass das Joint Venture unbelastet an den Start geht", sagte eine Siemens-Sprecherin.
Von der Korruptionsaffäre sind auch jene Teile des Siemens-Konzerns betroffen, die in das gemeinsame Joint Venture mit Nokia eingebracht werden sollen.
Beim Aufbau ihres gemeinsamen Telefonnetz-Unternehmens hätten die Partner gute Fortschritte gemacht, teilten die Unternehmen weiter mit.
420 Mio. Euro veruntreut?
Im Fall Siemens geht es mittlerweile um zweifelhafte Zahlungen von 420 Millionen Euro. Betroffen soll davon vor allem die frühere Telekomsparte Com sein.
Im Zuge der Ermittlungen wurde der ehemalige Siemens-Zentralvorstand Thomas Ganswindt verhaftet.
Siemens hat externe Prüfer beauftragt, die Anti-Korruptionsmechanismen im Konzern zu überprüfen, und nimmt derzeit dubiose Zahlungen über 420 Mio. Euro unter die Lupe. Das Unternehmen korrigierte seinen Jahresgewinn für das vergangene Jahr wegen der fraglichen Überweisungen um 73 Mio. Euro nach unten.
(dpa | APA)
