28.04.2003

USA

Bildquelle: ORF.at

P2P-User werden verstärkt belangt

Nachdem die Tauschbörsen-Betreiber Streamcast Networks und Grokster am Freitag vor einem US-Bundesgericht einen überraschenden Sieg gegen die Film- und Musikindustrie errungen haben, dürfte sich die Musikindustrie in ihrem Kampf gegen Online-Piraterie noch stärker auf einzelne Tauschbörsen-User konzentrieren.

Laut dem Urteil sind weder Morpheus-Betreiber Streamcast noch Grokster für die Urheberrechtsverletzungen der Nutzer ihrer Software verantwortlich.

Demnach bleiben der US-Musikindustrie für ihre Anti-Piraterie-Bemühungen noch drei Felder: das verstärkte Lobbying für noch strengere Gesetze, die Förderung der legalen Services und Klagen gegen einzelne User, da die Tauschbörsenbetreiber laut dem Urteil ja nicht zur Verantwortung zu ziehen sind.

"Lächerlich", aber ohne Alternative

Da der Weg zu neuen Gesetzen und attraktiveren legalen Services mühsam und langwierig ist, dürften jetzt vor allem einzelne Nutzer verstärkt ins Visier der Industrie gelangen:

"Es macht sie [die Tauschbörsennutzer] wütend, aber wir haben derzeit keine andere Wahl," zitiert die "LA Times" einen Label-Chef, der allerdings anonym bleiben wollte. "Eigentlich ist es [das Verklagen einzelner User] lächerlich, aber wir haben einfach zu wenige andere Möglichkeiten", wird der Manager weiter zitiert.

Trotz der "Lächerlichkeit" scheint die Musikindustrie mit ihrem Vorgehen allerdings derzeit Erfolg zu haben: Der Provider Verizon hat erst letzte Woche seinen Kampf gegen die Musikindustrie um die Bekanntgabe der Identitäten von zwei Tauschbörsen-Benutzern vorerst verloren.