Gericht straft Mobilfunker-Kartell ab

frankreich
12.12.2006

534 Millionen Euro Buße

Das Pariser Berufungsgericht hat die vor einem Jahr wegen illegaler Absprachen verhängten Rekordbußen gegen drei französische Mobilfunkanbieter laut Verbraucherschützern bestätigt.

Die Mobilfunkfirmen Orange, SFR und Bouygues Telecom müssten zusammen 534 Millionen Euro Strafe zahlen, weil sie Strategien und Marktanteile abgesprochen hatten und damit die Preise für Handytelefonate künstlich hoch hielten, teilte die Verbraucherorganisation UFC-Que Choisir am Dienstag mit.

Der französische Wettbewerbsrat hatte im Herbst 2005 die Absprache von Marktanteilen in den Jahren 2000 bis 2002 festgestellt. Schon seit 1997 hielten sich die Firmen demnach gegenseitig durch Austausch von Daten über Kundenzugänge und Kündigungen auf dem Laufenden.

Die Verbraucherschützer bezeichnen in ihrem Kommunique zu der Gerichtsentscheidung die Situation auf dem französischen Mobilfunkmarkt allerdings weiterhin als "Parodie des freien Wettbewerbs".

Die genannten drei Unternehmen würden weiterhin den Markt untereinander aufteilen und neuen Wettbewerbern den Zugang dazu erschweren. Das Oligopol sei nur durch "echte Regulierung" zu knacken.

(AFP | futurezone)