19.04.2003

USA

Bildquelle: USNA

Musik-Server im Navy-Schlafsaal

Die US-Musiklobby hat in ihrem Kampf gegen die Online-Piraterie schon seit geraumer Zeit insbesondere die Netzwerken von Schulen und Universitäten ins Visier genommen.

In einem besonders drastischen Fall war es allerdings nicht das Vorgehen der Recording Industry Association of America [RIAA], das ein florierendes Schülernetz stilllegte, sondern schlicht die Übertragungskosten:

An der US Naval Academy in Annapolis sind bereits im November 92 Studenten-Rechner wegen des Verdachts auf illegale Downloads von Musik, Videos oder Software konfisziert worden.

Wie jetzt bekannt wurde, hatten viele Kadetten dabei mit riesigen Festplatten und den flotten militärischen T3-Leitungen gleich selbst Server betrieben und so die Leitungen der Akademie unter permanente Volllast gesetzt.

85 von 92

Eigentlich hätten sich die Kadetten, auf deren Rechnern geschütztes Material gefunden wurde, vor einem Militärgericht verantworten und schlimmstenfalls mit Entlassung aus dem Militärdienst und Ausschluss aus der Akademie rechnen müssen.

Dazu kam es jetzt allerdings nicht, da sich nur sieben der 92 Kadetten als Filesharing-Abstinenzler entpuppten. Bei einem harten Durchgreiffen, hätte die Akademie also schlicht zu viele Schüler verloren.

Statt dessen wurden die Studenten, die ihre Schlafsäle in "Entertainment-Basare" verwandelt hatten mit Urlaubssperren und Degradierungen bestraft.

Gefängnis für P2P

In ihrem Kampf gegen Tauschbörsen hat die RIAA vor zwei Wochen erstmals Klage gegen vier Studenten eingereicht.

"Das Gericht hat entschieden, dass Napster illegal ist und die Tauschbörse geschlossen. Diese Studenten-Systeme sind ebenso illegal und funktionieren in der selben Art. Sie verletzen die Rechte von Künstlern, Musikern und Songschreibern", begründete RIAA-Präsident Cary Sherman die Klage.