Musik-Server im Navy-Schlafsaal
Die US-Musiklobby hat in ihrem Kampf gegen die Online-Piraterie schon seit geraumer Zeit insbesondere die Netzwerken von Schulen und Universitäten ins Visier genommen.
In einem besonders drastischen Fall war es allerdings nicht das Vorgehen der Recording Industry Association of America [RIAA], das ein florierendes Schülernetz stilllegte, sondern schlicht die Übertragungskosten:
An der US Naval Academy in Annapolis sind bereits im November 92 Studenten-Rechner wegen des Verdachts auf illegale Downloads von Musik, Videos oder Software konfisziert worden.
Wie jetzt bekannt wurde, hatten viele Kadetten dabei mit riesigen Festplatten und den flotten militärischen T3-Leitungen gleich selbst Server betrieben und so die Leitungen der Akademie unter permanente Volllast gesetzt.
Insbesondere der Betrieb der Server gilt allerdings dem Pentagon als Sicherheitsrisiko.
US-Marine konfisziert Kadetten-PCs85 von 92
Eigentlich hätten sich die Kadetten, auf deren Rechnern geschütztes Material gefunden wurde, vor einem Militärgericht verantworten und schlimmstenfalls mit Entlassung aus dem Militärdienst und Ausschluss aus der Akademie rechnen müssen.
Dazu kam es jetzt allerdings nicht, da sich nur sieben der 92 Kadetten als Filesharing-Abstinenzler entpuppten. Bei einem harten Durchgreiffen, hätte die Akademie also schlicht zu viele Schüler verloren.
Statt dessen wurden die Studenten, die ihre Schlafsäle in "Entertainment-Basare" verwandelt hatten mit Urlaubssperren und Degradierungen bestraft.
Die Laptops werden den Kadetten bei Eintritt in die Akademie zur Verfügung gestellt, müssen aber während der vier Jahre dauernden Studienzeit abbezahlt werden.
US Naval AcademyGefängnis für P2P
In ihrem Kampf gegen Tauschbörsen hat die RIAA vor zwei Wochen erstmals Klage gegen vier Studenten eingereicht.
"Das Gericht hat entschieden, dass Napster illegal ist und die Tauschbörse geschlossen. Diese Studenten-Systeme sind ebenso illegal und funktionieren in der selben Art. Sie verletzen die Rechte von Künstlern, Musikern und Songschreibern", begründete RIAA-Präsident Cary Sherman die Klage.
Und auch der texanische Kongressabgeordnete John Carter glaubt den Tauschbörsen-Aktivitäten an US-Universitäten durch Statuierung eines Exempels ein Ende machen zu können: "Es wäre eine gute Idee, ein paar dieser College-Kids ins Gefängnis zu werfen. Wenn man den anderen Angst einjagen will, braucht man sie nur in der Zeitung lesen lassen, dass jemand 33 Monate Zuchthaus für File-Downloads kassiert hat", meinte der Hardliner in einem Interview.
RIAA bringt vier Studenten vor Gericht
