Technik-Frust verleidet Online-Lust
Ein Computer mit Internet-Anschluss gehört wie das Handy für viele mittlerweile zum Alltag.
Doch obwohl das Internet inzwischen als Kommunikationsmittel, zur Informationssuche oder auch nur zur Unterhaltung nicht mehr wergzudenken ist, verfügt noch längst nicht jeder Haushalt über einen Anschluss.
Eine nun veröffentlichte Studie ist der Frage nachgegangen, aus welchen Gründen viele Menschen die Online-Welt verweigern. Dabei hat sich schnell herausgestellt, dass es nicht - wie oft angenommen - nur eine finanzielle Frage ist.
Vielen "Offlinern" wurde der Spaß am Netz von auftretenden technischen Schwierigkeiten bei ersten Versuchen genommen, andere sind überzeugt, die Nutzung sei viel zu kompliziert für sie, und einige verbinden mit dem Internet einfach nur anstößige Erotikangebote und zwielichtige Betrügereien.
50 Prozent der Österreicher sind online
Jeder zweite Österreicher über 14 Jahre nützt derzeit das
Internet. Das entspricht in etwa 3,35 Millionen Personen. Ende 2001
waren es mit 47 Prozent um drei Prozentpunkte weniger. Am größten
ist weiter der Anteil der 14- bis 19-jährigen Österreicher. Sie
nutzen zu 87 Prozent das Internet.
Netznutzung nimmt langsamer zuEin Viertel ist zeitweise ausgestiegen
Zwar konnte die Studie bestätigen, dass unter Minderheiten, Leuten mit niedrigem Einkommen, Älteren und Behinderten ein traditionell geringerer Prozentsatz mit Internet-Zugang ist.
Doch eine neue und wachsende Gruppe von Offlinern hat sich gezeigt: die Internet-Aussteiger. 17 Prozent der Befragten haben das Internet schon einmal ausprobiert, haben dann aber vor allem wegen auftretender technischer Probleme den Gefallen daran verloren.
In einer Befragung von Personen mit Internet-Zugang, gaben auch von diesen etwa ein Viertel an, schon ein Mal oder öfter über einen längeren Zeitraum offline gewesen zu sein. Auch hier lagen die Gründe oft bei Schwierigkeiten mit der Hard- oder Software und dem resultierenden Frusterlebnis.
Die Studie
Das "Pew Internet & American Life Project" hat im Rahmen der "The
Ever-Shifting Internet Population"-Studie die Einstellung von 3.553
US-Bürgern zum Internet hinterfragt. Im Allgemeinen kommt der Report
zu dem Schluss, dass Internet-Nutzer vor allem unter der jüngeren,
gut situierten und urbanen Bevölkerung zu finden sind.
"The Ever-Shifting Internet Population"40 Prozent der Offliner planen Netzeroberung
Eine weitere große Gruppe sind jene Internet-Ablehner, die in Haushalten wohnen, in denen ein Anschluss vorhanden ist.
20 Prozent der Befragten haben zwar einen Internet-Zugang im Nebenzimmer, nutzen diesen aber nicht, da sie glauben, sie könnten mit der Technologie sowieso nicht richtig umgehen. Lieber spannen diese Technikmuffel Familienmitglieder ein, wenn sie doch einmal Informationen aus dem Netz benötigen.
Laut der Studie sind noch 24 Prozent der Amerikaner komplett von der Online-Welt abgeschnitten. Sie haben weder versucht, online zu gehen, noch nutzt jemand, der ihnen nahe steht, das Internet.
Diese Netzflüchtigen scheuen das Netz oft wegen falscher Vorstellungen. Sie bringen das Internet hauptsächlich mit Pornoangeboten und Kreditkartenbetrügereien in Verbindung.
Insgesamt gaben 40 Prozent der Offliner an, eines Tages noch das Internet erobern zu wollen, 56 Prozent blieben aber der Überzeugung treu, niemals online zu gehen.
