"Drei ist nur noch mit Doping im Rennen"
Ex-tele.ring-Chef Michael Krammer rechnet fest mit weiteren Zusammenschlüssen auf dem heimischen Mobilfunkmarkt.
Nach dem Verkauf seines früheren Unternehmens an den ehemaligen Konkurrenten T-Mobile glaubt Krammer, dass auch die Nummer drei und Nummer vier - One und Drei - fusionieren werden.
"Irgendwann verliert der Arzt seinen Spaß"
Drei werde nur noch mit chinesischem "Doping" der Hongkonger Mutter Hutchison im Rennen gehalten. "Aber irgendwann verliert der Arzt, der ständig spritzt, auch seinen Spaß", sagte Krammer.
Sein neuer Arbeitgeber, der niederländische Telekom-Konzern KPN, gilt als Interessent für eine Übernahme von One. Krammer hielt sich dazu aber bedeckt.
Der Mehrheitsaktionär von One, der deutsche Energiekonzern E.On, hatte bereits vor Jahren einen Ausstieg aus One angekündigt. Seitdem halten sich die Spekulationen über einen möglichen Verkauf.
Markt noch in Entwicklung
Auf dem österreichischen Markt sieht Krammer, seit Mai Chef der deutschen KPN-Tochter E-Plus, durchaus noch Potenzial: "Der Markt ist in seiner Entwicklung noch nicht am Ende."
Sämtliche Mobilfunkbetreiber hätten schon viel in den Netzausbau investiert, die Technik sei deshalb auf dem neuesten Stand. Trotz des stark gesenkten Preisniveaus sei das Geschäft noch profitabel, selbst One habe einen positiven Cash-Flow.
Kein Rückgang der Handytarife
Krammer führt das auf die hohe Handynutzung in Österreich zurück. Während in Österreich 62 Prozent aller Telefon-Gesprächsminuten über das Handy abgewickelt würden, seien es in Deutschland erst 16 Prozent. Daraus würden sich völlig andere Möglichkeiten in der Tarifgestaltung ergeben.
Dass bei einem Rückgang des Wettbewerbs die österreichischen Handytarife wieder steigen könnten, glaubt er aber nicht.
Großen Spielraum sieht er noch bei den Kundengewinnungskosten ["Null-Euro-Handys"]. Bei nur noch drei Betreibern würden sich relativ rasch "vernünftige Handypreise" einstellen bzw. die "SIM-only-Angebote" zunehmen, wo der Kunde nur noch einen neuen Vertrag, aber kein Handy mehr erhält.
(APA)
