Insider-Klage gegen AOL-Manager
Die Universität von Kalifornien hat gemeinsam mit dem Investmentfonds Longview Collective der Amalgamated Bank am Montag eine Klage wegen Insiderhandels gegen AOL Time Warner eingereicht.
Die Kläger werfen den Managern vor, fast eine Milliarde USD durch den Verkauf von Aktien verdient zu haben, nachdem sie durch "Tricks, Listigkeiten und gefälschten Transaktionen" den Kurs künstlich in die Höhe getrieben hätten. AOL-Sprecher waren zunächst nicht erreichbar.
Den Klägern zufolge wurde das Ergebnis der damals noch unabhängigen Internet-Sparte America Online [AOL] von 2000 bis 2001 um fast eine Milliarde USD zu hoch angegeben. Zudem seien die Zahl der Online-Kunden sowie die Einnahmen durch elektronischen Handel und Werbung überzogen dargestellt worden.
Die in Los Angeles eingereichte Klage richtet sich unter anderem gegen Firmenchef Richard Parsons, Chairman Steve Case und Vize-Chairman Ted Turner, die beide für Mai ihren Rücktritt angekündigt hatten.
Ted Turner tritt abBereicherung der Manager
Allein die damals fünf hochrangigsten AOL-Manager hätten nach der erfolgreichen Fusion 35 Millionen Aktienoptionen im Wert von insgesamt 1,7 Milliarden USD veräußert. Als Folge der Fusion verlor die Universität von Kalifornien nach eigener Darstellung 450 Millionen USD.
Von der Klage sind auch die Wirtschaftsprüfer von AOL Time Warner, Ernst & Young, sowie der ehemalige Chef Gerald Levin betroffen.
Auch die Finanzberater des Medienkonzerns - Morgan Stanley und die Citigroup-Tochter Salomon Smith Barney - werden erwähnt. Deren Sprecher waren zunächst nicht zu erreichen oder nahmen zu den Vorwürfen keine Stellung.
Klage der US-Börsenaufsicht
AOL Time Warner sieht sich bereits mit Bilanzprüfungen der
US-Börsenaufsicht [SEC] in Zusammenhang mit Fehlbuchungen
konfrontiert. Im Oktober teilte die Firma mit, sie werde ihre
Ergebnisse für einen Zeitraum von zwei Jahren revidieren, wodurch
die Einkünfte in diesem Zeitraum um 190 Millionen USD sinken würden.
Aktionäre klagen AOL Time Warner
