Enel will Mobilfunker Wind verkaufen
Der italienische Stromkonzern Enel denkt an eine Trennung von der Telekom-Gesellschaft Wind, an der er seit kurzem 100 Prozent hält.
Der Elektrizitätsriese, der vor drei Wochen vom Partner France Telecom einen 26-prozentigen Anteil an Wind gekauft hatte, will sich laut "La Repubblica" vom Mobilfunk- und Festnetzbetreiber trennen, den er 1998 gegründet hatte, um sich auf das Kerngeschäft, den Strombereich, zu konzentrieren.
Übermacht der noch staatlichen Enel befürchtet
Die Trennung wird in italienischen Finanzkreisen befürwortet, die
vor einer Übermacht der noch staatlichen Enel im Elektrizitäts- und
Telekom-bereich warnen.
EndelFusion mit Festnetzbetreiber Albacom?
Laut Spekulationen könnte Enel die Telefongesellschaft an das Finanzministerium verkaufen, das die Fusion von Wind mit dem Festnetzbetreiber Albacom in die Wege leiten könnte. Die Hauptaktionäre von Albacom [Eni, British Telecom, Mediaset und die Bank Bnl] würden einen harten Kern bilden, der die Verwaltung von Wind übernehmen könnte.
Albacom würde somit zirka eine 15-prozentige Beteiligung an Wind halten, welche die Regierung bei guten Marktbedingungen an die Mailänder Börse bringen könnte. Auf diese Weise würde Wind privatisiert werden.
Der Ex-Monopolist Enel war in den vergangenen Monaten wegen seiner hundertprozentigen Kontrolle über Wind stark unter Druck geraten.
28,5 Mio. Kunden
Wind, der 2000 mit dem Festnetzbetreiber Infostrada fusionierte,
ist nach Telecom Italia und Vodafone Omnitel der drittgrößte
Telekom-Betreiber in Italien. Wind hatte 2002 28,5 Mio. Kunden unter
Vertrag, 8,7 Mio. davon im Mobilfunkbereich.
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