13.04.2003

MATRIX FORUM

Bildquelle: PhotoDisc

Die Festplatten-Philharmoniker

Klassische Musikinstrumente wie Bläser und Streicher, so hieß es bisher, stellen derart hohe Anforderungen an Synthesizer, dass diese automatisch überfordert werden.

Herbert Tucmandl und sein Team haben das Gegenteil bewiesen: Vor Jahren begann der Musiker und Komponist mit einem visionären Projekt. In einer Synthese aus Wiener Musiktradition mit tonangebender Spitzentechnologie wurden 1,5 Millionen Tonsamples produziert, die ein komplettes Orchester nachbilden sollen.

Orchestermusikern wurden in dem eigens errichteten Studio ¿Silent Stage¿ monatelang perfekte Einzeltöne abgerungen; Sound-Designer verbrachten Jahre, um die Terabytes an Daten detailgetreu zu bearbeiten.

Die digitale Orchesterkonserve

"Bei Blas- und Streichinstrumenten gibt es sehr viele Facetten, etwa wie der Ton angespielt wird, weich oder mit Akzent, wird er mit oder ohne Vibrato gespielt, wie ist die Geschwindigkeit", so Herbert Tucmandl über die Herausforderung, eine ausreichende Bandbreite an Klangbildern zur Verfügung zu stellen.

Denn jede Spieleigenschaft ergibt ein völlig neues Klangbild, das sich nicht einfach künstlich herstellen lässt und daher einzeln aufgenommen werden musste.

Vom Donauwalzer bis zum Soundtrack für Computerspiele oder Werbejingles - die digitale Orchesterkonserve made in Austria ist bereits sehr gefragt. Das bestätigt auch die Liste prominenter Anwender, die sich wie ein Who is Who der Musikszene liest.