Lucent und Microsoft im Patentstreit
Zwischen dem US-Softwareriesen Microsoft und dem US-Telekom-Ausrüster Lucent Technologies bahnt sich ein komplizierter Streit über Patentrechte an.
Zwei der wichtigsten Microsoft-Kunden seien bereits von Lucent verklagt worden, berichtet das "Wall Street Journal" in seiner aktuellen Ausgabe.
Die bisher wenig beachteten Klagen richteten sich gegen Gateway und Dell Computer, die sich ihrerseits an Microsoft gewandt haben, damit sie von den Klagen freigestellt werden.
Patente der ehemaligen Bell Labs
Gateway und Dell führten an, dass sich die von Lucent
reklamierten Rechte gegen Technologien richteten, die von Microsoft
stammten. Lucent wiederum führe seine Patentrechte auf Entwicklungen
zurück, die in den Labors des ehemaligen Bell-Konzerns entstanden
seien.
Lucent TechnologiesNeun Mrd. USD Umsatz betroffen
Die Patente beziehen sich auf bestimmte Kodierungssysteme für Audio- und Videoaufnahmen sowie auf Programme, die per Bildschirmberührung a la Tablet-PC gesteuert werden können.
Am Dienstag dieser Woche habe Microsoft bei einem Gericht in San Diego nun eine Klage eingereicht, mit der insgesamt 13 Patentrechte von Lucent für ungültig erklärt werden sollen. Beobachter sehen die Microsoft-Klage als Versuch, einer Klage von Lucent zuvorzukommen. Es sei aber so gut wie sicher, dass Lucent eine Gegenklage einreichen wird.
Eine Kanzlei, die Lucent vertritt, habe schon im Jänner einen Brief an Microsoft geschrieben, in dem 16 Patente aufgelistet waren, schreibt das "Wall Street Journal" weiter. Diese Patente seien "entscheidend für gegenwärtige und künftige Microsoft-Produkte" und beträfen "schätzungsweise neun Mrd. USD des Microsoft-Umsatzes", habe es in dem Brief geheißen.
Microsoft habe mit der Kanzlei Gespräche geführt, dann jedoch entschieden, dass keine Lucent-Patente lizenziert werden müssten.
