Dümmste Sicherheitsmaßnahmen gekürt
Die Bürgerrechtsorganisation Privacy International [PI] hat die Gewinner des "Stupid Security"-Wettbewerbs vorgestellt.
Der Wettbewerb wurde im Februar letzten Jahres als Reaktion auf das Überhandnehmen von Sicherheitsmaßnahmen im Namen der "Terrorbekämpfung" gestartet, die oft nutzlos, ärgerlich, illusorisch, zudringlich oder einfach nur dumm sind.
Insgesamt wurden 5.000 "Teilnehmer" aus 35 Staaten nominiert. Die Nennungen kamen aus allen Teilen der Wirtschaft wie dem Transportwesen oder der Telekom-Industrie sowie von den Behörden.
Sicherheitsmaßnahme verbirgt oft nur Inkompetenz
"Die außergewöhnlich hohe Anzahl von Nennungen zeigt, dass die
Situation schon ans Lächerliche grenzt", erklärte Simon Davis,
Direktor von Privacy International. "Sicherheit ist eine Art
Nebelschleier geworden, hinter dem sich die Inkompetenz vieler
Manager verbirgt."
"Stupid Security"Verdächtiges melden
Zum Gesamtsieger wurde die australische Regierung mit ihrer Sammlung an "nutzlosen, irritierenden und selbstgerechten Sicherheitsmaßnahmen" ernannt.
So wurde etwa eine Hotline eingerichtet, über die die Bevölkerung alles "Verdächtige" melden soll.
In einem von der Regierung geschnürten Informationspaket erhielt jeder Bürger sogar einen Kühlschrankmagneten mit der wichtigen Telefonnummer der Hotline per Post.
Doch was genau "verdächtig" und somit zu melden sei, darüber wurde die Bevölkerung nicht aufgeklärt.
Verdächtig: "Gunpowder"-Tee
Auch der Londoner Heathrow-Flughafen konnte einen Preis für einen
eher peinlichen Vorfall einheimsen. Hier wurde eine Packung mit
losem grünen Tee beschlagnahmt, da dieser die verdächtig explosive
Aufschrift "Gunpowder" trug.
Die GewinnerParfum und Muttermilch
So wurde der Flughafen von Philadelphia ausgezeichnet, da wegen eines simplen Parfumflakons im Gepäck eines saudiarabischen Studenten die Notaufnahme im Krankenhaus, einen Doughnut-Shop und einen Drugstore unter Quarantäne gestellt wurden.
Als besonders dämlich ist sicher auch dieser Vorfall auf dem JFK International Airport in New York einzuordnen:
Hier wurde eine stillende Mutter von den Sicherheitsorganen dazu gezwungen, drei Fläschchen mitgebrachter Muttermilch auszutrinken, da darin ja Sprengstoff versteckt hätte sein können.
Auch als die Frau anhand ihres vier Monate alten Babys demonstrieren wollte, dass in den Fläschchen wirklich nur Muttermilch zu finden war, hieß es: Entweder trinke sie es sofort und selbst leer oder der Zutritt zum Flugzeug bleibe ihr verwehrt.
T-Mobile UK erschwert Aufladen der Wertkarte
Auch T-Mobile Großbritannien wurde für sein ausgeklügeltes
Bezahlsystem mit einem Award bedacht. Wertkarten-Handys können bei
dem Mobilfunker nur ein einziges Mal mittels eigener Kreditkarte
aufgeladen werden. Will man seine Karte ein weiteres Mal mit
Kreditkarte aufladen, muss man erst zwei Kreditkartenrechnungen mit
allen Handy-Vertragsdetails per Post einschicken.
T-Mobile UK
