09.04.2003

QUAL DER WAHL

Bildquelle: fuZo

Dümmste Sicherheitsmaßnahmen gekürt

Die Bürgerrechtsorganisation Privacy International [PI] hat die Gewinner des "Stupid Security"-Wettbewerbs vorgestellt.

Der Wettbewerb wurde im Februar letzten Jahres als Reaktion auf das Überhandnehmen von Sicherheitsmaßnahmen im Namen der "Terrorbekämpfung" gestartet, die oft nutzlos, ärgerlich, illusorisch, zudringlich oder einfach nur dumm sind.

Insgesamt wurden 5.000 "Teilnehmer" aus 35 Staaten nominiert. Die Nennungen kamen aus allen Teilen der Wirtschaft wie dem Transportwesen oder der Telekom-Industrie sowie von den Behörden.

Verdächtiges melden

Zum Gesamtsieger wurde die australische Regierung mit ihrer Sammlung an "nutzlosen, irritierenden und selbstgerechten Sicherheitsmaßnahmen" ernannt.

So wurde etwa eine Hotline eingerichtet, über die die Bevölkerung alles "Verdächtige" melden soll.

In einem von der Regierung geschnürten Informationspaket erhielt jeder Bürger sogar einen Kühlschrankmagneten mit der wichtigen Telefonnummer der Hotline per Post.

Doch was genau "verdächtig" und somit zu melden sei, darüber wurde die Bevölkerung nicht aufgeklärt.

Parfum und Muttermilch

So wurde der Flughafen von Philadelphia ausgezeichnet, da wegen eines simplen Parfumflakons im Gepäck eines saudiarabischen Studenten die Notaufnahme im Krankenhaus, einen Doughnut-Shop und einen Drugstore unter Quarantäne gestellt wurden.

Als besonders dämlich ist sicher auch dieser Vorfall auf dem JFK International Airport in New York einzuordnen:

Hier wurde eine stillende Mutter von den Sicherheitsorganen dazu gezwungen, drei Fläschchen mitgebrachter Muttermilch auszutrinken, da darin ja Sprengstoff versteckt hätte sein können.

Auch als die Frau anhand ihres vier Monate alten Babys demonstrieren wollte, dass in den Fläschchen wirklich nur Muttermilch zu finden war, hieß es: Entweder trinke sie es sofort und selbst leer oder der Zutritt zum Flugzeug bleibe ihr verwehrt.