04.04.2003

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Bildquelle: fuZo

Auferstehung für Konrad Zuses Z3

Es sind ein Buchstabe und eine Zahl, die bis heute bei Computer-Kennern Entzückung auslösen: Z3.

So nannte der Mann, der nach eigenen Worten "zu faul zum Rechnen" war, Konrad Zuse seine legendäre Rechenmaschine, die arithmetische Grundoperationen in beliebigen Kombinationen ausführen konnte und einen Speicher für 64 Zahlen besaß.

62 Jahre nach dem Bau der weltweit ersten frei programmierbaren Rechenmaschine wurde nun ein Nachbau fertig gestellt.

Es steht im Konrad-Zuse-Museum im deutschen Hünfeld und wurde nach den Originalplänen entwickelt.

Nachbau passt auf einen Schreibtisch

An dem Nachbau tüftelten Computer-Experten mehrere Jahre lang. Horst Zuse, Privatdozent für Informatik an der TU Berlin, und der Informatik-Professor Raul Rojas aus Halle leiteten das Team.

"Der Nachbau war technisch aufwendiger, als wir gedacht hatten", gibt Horst Zuse zu. So fehlten etwa einige Blätter des Patents, das sein Vater nach dem Zweiten Weltkrieg angemeldet hatte.

"Der Respekt vor dem Original ist enorm gewachsen", sagt der Sohn.

Das Gerät arbeitet exakt nach dem Prinzip des Vorbilds und kann alles das, was die Z3 des Jahres 1941 konnte, auch wenn sie etwas kleiner ausgefallen ist. Zuses Rechenmaschine war so groß wie drei Kühlschränke, der Nachbau passt bequem auf einen Schreibtisch.

Verwandtschaft mit modernen Prozessoren

Die neue Z3 soll aber auch Besuchern des Museums zeigen, wie ein Computer funktioniert.

"Die Z3 hat von der Logik her eine sehr große Verwandtschaft mit modernen Prozessoren", sagt Horst Zuse.

Mit dem Nachbau wollen die Wissenschafter vorführen, was ein Bit ist, wie ein Speicher arbeitet und wie die einzelnen Schritte einer Rechenoperation ablaufen.

Dazu haben sie den Computer so entwickelt, dass bei einzelnen Rechenoperationen Dioden aufleuchten und zeigen, welchen Schritt er gerade ausführt.

Allerdings wird der Nachbau über einen modernen PC gesteuert. Beim Original übernahmen diese Aufgabe noch Lochstreifen, die in einen Leser eingeschoben werden mussten.